Ein Weckruf der Energy Watch Group
Der 5-Punkte-Plan von Hans Josef Fell und der Energy Watch Group bestätigt erneut meine Forderungen nach einer dezentralen Energieversorgung, die seit Jahrzehnten bekannt ist: Nicht ein Gesetz zur Abschaltung von PV-Wechselrichtern fördert die Energiewende, sondern ein bürokratiefreier Stromhandel mit Nachbarn und innerhalb der Gemeinde, um den Strom vor Ort zu erzeugen und zu verbrauchen.
Genau das entlastet die Stromnetze dauerhaft – nicht jedoch die Abschaltung eines zentral gesteuerten Konzernsystems, das auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist.
Das Geld muss bei den Bürgern bleiben. Auch das regionale (kommunale) Stromnetz gehört in Bürgerhand.
Es geht um regionale Erzeugung und regionalen Verbrauch, niemals um eine erneute Zentralisierung des Energiesystems, die es wieder anfällig für Störungen macht und enorme Kosten verursacht.
Das jüngste Beispiel des mehrtägigen Stromausfalls in Berlin zeigt deutlich, dass es bei einer dezentralen Versorgung niemals zu einem Ausfall in diesem Ausmaß gekommen wäre.
Jedes Gebäude, jeder Betrieb, jede Gemeinde wird damit gleichzeitig Erzeuger und Verbraucher – letztlich energieautonom. Das ist die dauerhafte Lösung.
Energy Watch Group legt 5-Punkte-Plan für radikale EEG-Reform vor (Beginn des Interviews)
Liebe LeserInnen!
Die Vorschläge zielen darauf ab, Bürokratie radikal abzubauen und die Kosten zu senken. Warum vor diesem Hintergrund ein Ersetzen der Ausschreibungen durch eine Festvergütung besonders sinnvoll ist, erklärt der Präsident der Energy Watch Group (EWG), Hans-Josef Fell, im Interview mit pv magazine.
Das EEG soll novelliert werden. Die Energy Watch Group hat dazu einen radikalen 5-Punkte-Plan vorgelegt. Können Sie kurz sagen, welche fünf Punkte sie für die EEG-Reform vorschlagen?
Hans-Josef Fell: Ja, der Vorschlag der Energy Watch Group zielt darauf ab, Bürokratie radikal abzubauen und Kosten zu senken, was ja auch Katherina Reiche möchte. Das sind die fünf Kernpunkte:
- Feste gesetzlich beschlossene Einspeisevergütungen statt Ausschreibungen: Die komplizierten staatlichen Ausschreibungen sollen abgeschafft und durch feste, garantierte Vergütungssätze ersetzt werden.
- Netzanschlüsse maximal nutzen: Betreiber sollen das Recht bekommen, ihren Netzanschluss vollständig zu überbauen – also so viel Photovoltaik, Windkraft und Speicher zu installieren, wie der Netzanschluss mit der Obergrenze der Einspeiseleistung ermöglicht.
- Günstiger Strom für Nachbarn: Wer im Umkreis von fünf Kilometern um eine Anlage wohnt, soll von halbierten Steuern und Netzentgelten profitieren.
- Einfaches Energy Sharing: Gemeinsame Energienutzung im Quartier in einem Zwei-Kilometer-Radius soll von den meisten Abgaben befreit werden, wenn die Nutzer an der Anlage beteiligt sind.
- Erneuerung ohne Bürokratie: Das sogenannte Repowering von Wind und Solar soll genehmigungsfrei sein, solange die genutzte Fläche gleich bleibt.
Sie fordern die Abschaffung der Monsterbürokratie und staatlicher Planwirtschaft im EEG und EnWG. Was bedeutet das für Sie konkret?
Hans-Josef Fell: Zentral ist zunächst, dass die 20-jährige feste Einspeisevergütung im EEG erhalten bleibt. Ohne diese langfristige Sicherheit werden angesichts hoher technologischer und regulatorischer Risiken nur noch wenige Investoren in die Stromerzeugung investieren, da sie nicht mehr so leicht von Banken finanziert werden können. Die verbleibenden Investoren würden deutlich höhere Renditen verlangen – mit der Folge von 50 bis 100 Prozent höheren Strompreisen. Das würde den Ausbau der Erneuerbaren weitgehend stoppen, das Stromangebot verknappen und die Stromkosten massiv erhöhen. Ein Kernproblem ist die Einführung der Ausschreibungen. Seitdem ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland drastisch eingebrochen. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: Erstens führt das Ausschreibungssystem zu enormer Bürokratie. Besonders betroffen sind die Bürgerenergiegesellschaften, die bis 2017 die tragende Säule des Erneuerbaren-Ausbaus waren. Viele dieser Akteure werden durch die komplexen Verfahren abgeschreckt oder ganz vom Markt gedrängt. Zweitens begrenzen staatlich festgelegte Ausbauvolumina den Zubau künstlich. Zahlreiche Ausschreibungen sind überzeichnet – dann erhalten selbst genehmigte und baureife Projekte keinen Zuschlag. Andere Ausschreibungen sind unterzeichnet, weil viele potenzielle Bewerber bereits im Vorfeld durch die Bürokratie abgeschreckt werden. Die Ausschreibungen sind damit ein Paradebeispiel staatlicher Planwirtschaft: Der Staat legt Ausbauziele und -mengen fest, während Beamte ohne eigene Markt- und Wettbewerbsrisiken umfangreiche und teils willkürliche Vorgaben machen. Das hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun, sondern bremst Innovation, Investitionen und den notwendigen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien.
Das gesamte Interview findest Du im pv magazine hinter diesem Link
„Wind, PV, Solar, Biomasse und Wasserkraft sind wirtschaftlich unschlagbar. Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren will.“
Wolfgang Löser, Energieponier
„Erster energieautarker Bauernhof Österreichs“ seit 2002 mit Vorträgen und Seminaren
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Link zum Buch: Wolfgang Löser- Der Energierebell – Stocker Verlag
Link zum Film: Enerkey Wer hat den Schlüssel zur Energiewende?
Bereits heute überlegen: Wind, Solar und Photovoltaik mit STROMSPEICHER , E-Mobilität und Wärme-Kraft-Kopplung als Regelenergie




