Ganzjährige Eigenversorgung
mit haltbar gemachtem Gemüse & Obst
In der Sendung vom 26.11.2025 des Formats „Autarkie & Me“ gehen wir im Bereich Gesundheit und Ernährung und damit auch um Ökonomie und Finanzen einen Schritt weiter in der Wertschöpfungskette im Thema Autarkie. Bettina Windischbauer, Bäuerin und Gründerin des Vereins „Windischbauer.nHOF gibt uns in dieser Sendung wertvolle Informationen zur Haltbarmachung von selbst angebautem Gemüse und Obst.
Aufgewachsen auf einem Bauernhof
"Für mich ist ganzjährige Selbstversorgung mit Obst u Gemüse etwas ganz „Normales“, da ich auf einem Bauernhof groß geworden bin. Mittlerweile bin ich erwachsen und selber Bäuerin. Wobei ich mich nicht als Bäuerin sehe. Aber das kennen die Leute halt. Der Begriff „Bäuerin“ fasst wahrscheinlich noch am ehesten all die Aufgaben zusammen, die ich am Hof, für die Familie, für die Vereinsgemeinschaft mache.
Ich sehe mich eher als Netzwerkerin, Pionierin bzw. Berwahrerin, Bewusstmacherin, stolze Selbstversorgerin, Gemüsegärtnerin/Einmacherin, Organisatorin, Mutter, Vereins“meierin“, setz mich ein für den natürlichen Anbau von Gemüse und das natürliche/traditionelle Haltbar machen von Gemüse/Obst und gebe gerne dieses Wissen weiter."Bettina Windischbauer, Windischbauer.nHOF
Motivation für Selbstversorgung
"Als Erwachsene bin ich drauf gekommen, dass Selbstversorgung ein „Lebensstil“ ist, für den man sich entscheidet. Entweder man geht arbeiten und kauft sich von dem verdienten Geld die Nahrung die man braucht bzw. möchte oder man stellt die Nahrung selber her (=direkter, hohe Qualität, ich arbeite für das, was mich „nährt“).
Sich selbst zu versorgen, ist weitaus mehr als „nur“ seine Nahrung zu erzeugen. Es nährt „Körper, Geist und Seele“. Es ist eine sinnerfüllte Arbeit und man weiß, was man hinterher hat. Ich fühle mich beim Anpflanzen, Pflegen und Ernten der Schöpfung dadurch viel näher, weil man den Kreislauf von Werden und Vergehen Jahr für Jahr mitbekommt. Es ist ein Rhythmus, der uns Menschen gut tut - der uns gesund hält. Wenn ich mich selbst versorge, lebe ich automatisch saisonal und das ist meiner Meinung nach das Beste für den Körper, da unterschiedliches Gemüse und Obst unterschiedlich auf unseren Körper reagiert. Manches kühlt, manches wärmt eben, usw.
Auch braucht Obst und Gemüse aus der Selbstversorgung keine Plastikverpackungen. Ich bin stolz, wenn ich im Geschäft am Obst u Gemüseregal vorbeischlendern kann. Ich bin stolz, da ich es mit eigenen Händen und Wissen schaffe mich und meine Familie zu ernähren. Das gibt mir Sicherheit."Bettina Windischbauer, Windischbauer.nHOF
Die Herausforderungen
"Wir sind damals einfach ins kalte Wasser gesprungen, als wir mit dem Gärtnern begonnen haben. Das Lernen von der Natur geht langsam, da es immer ein ganzes Jahr dauert, bis man etwas anders/besser/... machen kann UND man lernt nie aus, da man jedes Jahr vor neuen Herausforderungen steht.
Man muss das essen, was da ist, was eben gerade „weiter“ muss. Manches fällt z.B. in einem Jahr auch mal ganz aus, dafür hat man von etwas Anderem gaaanz viel. Da ist Kreativität gefordert.
UND es "MUSS" gepflegt/geerntet werden, wenn die Pflanzen die Pflege brauchen oder die Früchte reif sind -selbst wenn man gerade lieber am See liegen würde.
Bedarfsplanung ist auch nur ungefähr möglich, da so viele verschiedene. Parameter reinspielen: Ob die Ernte gelingt oder nicht hängt von guten Samen, passendem Wetter, richtiger Bodenbearbeitung, sowie Düngung, Schädlings- und Unkrautdruck ab. Eine Herausforderung ist auch den richtigen Lagerplatz zu finden z.B. für Kürbisse, Äpfel, Lauch, … bzw. „richtig / sauber“ einzumachen, damit es dann auch hält."Bettina Windischbauer, Windischbauer.nHOF
Anbauplanung
"Bedarfsplanung ist auch nur ungefähr möglich, da so viele verschiedene. Parameter reinspielen: Ob die Ernte gelingt oder nicht hängt von guten Samen, passendem Wetter, richtiger Bodenbearbeitung, sowie Düngung, Schädlings- und Unkrautdruck ab. Eine Herausforderung ist auch den richtigen Lagerplatz zu finden z.B. für Kürbisse, Äpfel, Lauch, … bzw. „richtig / sauber“ einzumachen, damit es dann auch hält."
Bettina Windischbauer, Windischbauer.nHOF
Hinweise zum Begriff Logistik
Logistik bedeutet weit mehr als wir umgangssprachlich damit meinen. Im folgenden zwei Links zur Verdeutlichung:
Haltbarmachung
Vorteile und Besonderheiten
"Ich kann das Obst/Gemüse beim höchsten „Reifegrad“ ernten und haltbar machen. Noch reifer oder süßer geht gar nicht! Das merkt man dann natürlich beim Geschmack.
Ich entscheide, welche Zutaten noch zusätzlich dazu kommen (welches Salz, welcher Zucker und wieviel, welches Öl, …) – ohne künstliche Konservierungs- und Farbstoffe! Es ergibt sich ein Minimum an, vor allem an Plastik, da man ganz viele Dinge, z.B. Einmachgläser, über viele Jahre immer wieder verwenden kann.
Gemüse/Obst in dieser Qualität und auch Menge einzukaufen, würde übers Jahr gesehen viel kosten. Meine eigene Zeit kostet mir nichts. Wobei ich der Meinung bin, dass man Gemüse/Obst so erntereif, in so einer hohen Bio-Qualität fast gar nicht zu kaufen bekommt, auch wenn man wollte. Direkter geht’s nicht: vom Garten auf den Teller."Bettina Windischbauer, Windischbauer.nHOF
Beschreibung der Grundlagen
- Einkochen, Einmachen in Schraubgläsern, teilweise pasteurisiert (z.B. Tomatensaucen, Gurkensalate, diverses Essiggemüse wie Zucchini indisch od. italienisch eingelegt, Senfgurken, Kurkuma-Zucchini-Gemüse, warmer Krautsalat mit Speck, tellerfertiges Blaukraut, ... )
- Eintöpfe und Suppen (z.B. Kürbis-Curry, Linseneintopf nach Großmutters Art, Zucchini-Kartoffel-Suppe, ... )
- Verarbeitung zu Marmelade oder Mus) (z.B. div. Obstsorten oder deren Gemische, ... )
- Haltbarmachen mit Zucker (z.B. Sirup, Marmeladen, ... )
- Haltbarmachen mit Salz (z.B. Suppenwürze, ... )
- Haltbarmachen in Essig (z.B. Senfgurken, ... )
- Haltbarmachen in Öl (z.B. Kräuter, Knoblauch, Karotten, Chili, ... )
- Milchsäurevergärung (z.B. Sauerkraut im Gärtopf, ... )
- Essig ansetzen (z.B. aus Apfel- bzw. Mischlingsmost mit einer „Essigmutter“, ... )
- Einlagern von Gemüse im Erdkeller (z.B. Kartoffeln, ... )
- Einlagern in Trögen mit Erd-/Sandgemisch (z.B. Rauna, Karotten, Sellerie, Wurzelpetersilie, Kren, ... )
- Einschlagen in die Erde im Garten (z.B. Lauch, ... )
- Lagern in trockenen, luftigen, frostfreien Räumen (z.B. Weiß- & Rotkraut, Kürbis, Zwiebeln, Knoblauch, Äpfel, Birnen, ... )
- Lagern in dichten Behältnissen, z.B. in einer alten Gefriertruhe / einem Fass (z.B. Getreide/Mehle, Dinkelreis, Linsen, ... )
- Saftpressen & Pasteurisieren (z.B. Apfel/Birnen pressen mit einer eigenen Obstpresse zu Apfelsaft - Haltbarmachung durch Erhitzen -> Abfüllen in 5 Liter-Bags)
- Wintergemüse im Garten stehen lassen (z.B. Pastinaken, Zuckerhut, Grüner Kohl, ... )
- Trocknen (z.B. div. Kräuter, Quittenleder, Dörrzwetschken, Chili, Trockenbohnen, ... )
- Einfrieren, tlw. vorher blanchieren (z.B. div. Gemüse – Zucchini, Brokkoli, Erbsen, Fisolen, Paprika, Fenchel, … und Obst – Rhabarber, Kirschen, Beeren, ...)
- Vakuumieren + kühl lagern (z.B. gekochter Rauna, geriebene Nüsse, Speck, Wurst, ... )
- Öl pressen (z.B. Walnüsse, Sonnenblumenkerne, ... )
In der Lebensmittelindustrie werden auch noch andere Methoden der Haltbarmachung angewendet, wie zum Beispiel die Bestrahlung mittels Röntgenstrahlung und Gamma-Strahlen.
Ausblick
Entwicklung & Vision
Ist bei euch der Begriff Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) im Rahmen des Vereins anwendbar?
"Wir sind keine SoLaWi, der solidarische Gedanke ist aber Teil unseres Konzepts. Die meisten SoLaWi´s sind glaub ich kein Verein, wir schon. SoLaWi´s haben „Ernteteiler“ (die ganze Ernte welche im Jahr entsteht, wird unter den Ernteteilern aufgeteilt). Wir haben Vereinsmitglieder, denen es wichtig ist, kleinbäuerliche Struktur zu erhalten indem sie sie fördern und nutzen.
Wir erstellen auch kein Jahresbudget und sammeln auch nicht zu Jahresbeginn Geld ein, mit dem wir übers Jahr wirtschaften." Da sind schon einige Unterschiede im Wirken zwischen einer SoLaWi und unserem Windischbauer.nHOF.
Wir wollen dabei helfen, regionale, qualitative und nachhaltige Netzwerke zur (Selbst-)Versorgung aufzubauen, sowie diese auch zu pflegen und auszubauen. Produzenten und Konsumenten müssen wieder zusammenfinden und sich zusammentun, gemeinsam an einem Strang ziehen, assoziative Gespräche führen (Wer braucht was? Und wie können wir das „gemeinsam“ stemmen/umsetzen – nicht nur fordern und kritisieren).
Idealerweise löst sich in diesem Zuge die Struktur „Produzent/Konsument“ großteils auf. Idealerweise legen die Menschen für ihre tägliche Nahrung auch selber Hand an (wo es eben Sinn macht) und unterstützen somit den Bauern oder Gärtner. Das erzeugt eine viel größere Wertschätzung unseren LEBENsmitteln gegenüber. Es würde nicht mehr so viel weg geschmissen, die Menschen würden den Qualitätsunterschied erkennen und auch merken, das auch eine krumme Karotte oder Gurke megagut schmeckt.
Ernährung des Volkes kann und darf nicht nur die Bauern was angehen. Es sollte kein Gegenüber sein: hier die Produzenten – da die Konsumenten, sondern lediglich eine Aufgabenverteilung im Thema Versorgung. Der Bauer soll sich wieder voll auf seine Aufgaben/Kompetenzen (qualitative Produktion) konzentrieren können und dürfen."Bettina Windischbauer, Windischbauer.nHOF
Radio SOL
Die Sendung mit unserem Gast: Bettina Windischbauer
Bettina Windischbauer
Windischbauer.nHOF – Verein zur Förderung der Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur
Rührndorf 29
4551 Ried i. Traunkreis
Österreich
Telefon:
+43 699 81883179
E-Mail:
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