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Scholé-Nachrichten – Februar 2023

Februar 2023. Tauwetter im kollektiven Feld.

In der Eiseskälte einer lieblosen Welt erstarrte Strukturen beginnen sich aufzulösen. Mit ihnen schmelzen auch die scheinbaren Gewissheiten dahin, an die sich die frierende Menschheit so lange geklammert hatte. Auf Autoritäten ist kein Verlass mehr, der Werte-Westen und die Qualitätsmedien haben sich als Trugbilder erwiesen, die Wissenschaft hat ihre Unschuld verloren, den Schulen laufen Kinder und Lehrer davon, der technische Fortschritt enthüllt sein totalitäres Gesicht. Politik und Wirtschaft werden vom unerwartet ansteigenden Schmelzwasser mitgerissen. Nichts ist mehr planbar, auf nichts ist Verlass, jeder Tag bringt neue Herausforderungen.

Noch sind Viele in der Opferrolle eingefroren, doch die Sonne der bedingungslosen Liebe steigt höher und höher. Unter ihren wärmenden Strahlen beginnen sich Einzelne vom Eispanzer der Angststarre zu befreien und ohne Widerstand mit dem Leben mit zu fließen. Aufgetaute Menschen wechseln in einen ganz anderen Aggregatzustand. Sie fühlen sich vereinzelt und trotzdem mit Allem verbunden und an die Quelle allen Lebens zurückgebunden – ein Gefühl, das ihnen fremd und vertraut zugleich vorkommt. Haben sie es nicht damals, zu Beginn ihres Lebens, im Mutterleib schon einmal erlebt? Ja, auch wenn sie es zwischendurch vergessen haben mögen, das ozeanische Gefühl der Geborgenheit und des Wohlbehagens beim Wachsen im warmen Fruchtwasser ist in jeder ihrer Zellen gespeichert geblieben. Es brauchte nur wieder frei geschaltet zu werden.

In der Ukraine und in Russland bezeichnet man Menschen, die sich der dunklen Herrschaft der Angst entzogen und dem Licht der bedingungslosen Liebe zugewandt haben, als “MENSCHEN mit Großbuchstaben geschrieben.” Einige kommen schon so auf die Welt und bleiben auch so, andere haben sich diesen Zustand erst durch lange Kämpfe und Leiden wieder erobert. Auf jeden Fall sind MENSCHEN groß geschrieben daran zu erkennen, dass sie weder Sicherheitsmaßnahmen noch Dogmen oder starre Regeln zum Festhalten brauchen. Wer selbst souverän geworden ist, braucht keine äußere Schutzmacht mehr. Wer sich mit Allem verbunden fühlt, empfindet kein Bedürfnis mehr, Gruppen anzugehören, die sich von anderen Gruppen abgrenzen.

Bei Menschen klein geschrieben kommt die Haltung ihrer zu MENSCHEN mutierten Mitbürger allerdings oft gar nicht gut an. Ist es nicht ein unumstößliches Naturgesetz, dass die eigene Familie immer Vorrang hat? Hat man als Staatsbürger nicht die Pflicht, sich für eine Partei und damit gegen alle anderen zu entscheiden? Gehören Regelbrecher, die sich Mehrheitsentscheidungen entgegen stellen, nicht zur Ordnung gerufen und bestraft, wenn sie sich weiterhin unsolidarisch verhalten? War es nicht zu allen Zeiten notwendig, gefährliche Angreifer mit Gewalt abzuwehren? Ist es nicht egoistisch, Freiheitsrechte zu beanspruchen, wenn die obersten Autoritäten alle dazu aufrufen, ihre persönliche Freiheit für ein hohes gemeinsames Ziel zu opfern?

Dass die meisten glauben, die Spaltung in “wir, die Guten”, und “ihr, die Bösen”, sei natürlich, normal, ja “alternativlos”, bildet seit Jahrtausenden die Grundlage aller Herrschaftssysteme. Ohne Feindbilder könnten die Herrschenden ihre privilegierte Stellung als angebliche Schutzmacht weder erringen noch aufrecht erhalten. Also lassen sie sich immer neue Rechtfertigungen für angebliche Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen gegen sichtbare oder unsichtbare Feinde einfallen, wobei sie Fakten gekonnt mit Meinungen, Lügen und Halbwahrheiten vermischen.

Das war früher sicher nicht anders, doch in den letzten hundert Jahren haben Heerscharen von Verhaltenspsychologen, geschult an den renommiertesten Universitäten, subtile Methoden zur unbemerkten Beeinflussung des menschlichen Denkens entwickelt. Offenbar mit bestem Erfolg: Sogar wenn man ihnen Dinge zumutet, die sie selbst vor kurzem noch für ausgeschlossen gehalten hätten, hört man hoch gebildete Verstandesmenschen heute resignierend seufzen: “Ja, da müssen wir eben alle durch! Das bleibt keinem erspart, so war es doch schon immer!”

Verspottet und belächelt von den Normalos sind parallel dazu in den vergangenen Jahrzehnten aber auch viele neue Wege zur Befreiung des menschlichen Geistes entdeckt und ausgebaut worden. Weltweit kommen unzählige Formen der Meditation, schamanische Techniken und energetische Therapien zur Anwendung. Sie erfüllen alle die Aufgabe, Menschen aus dem kalten, dunklen Gefängnis ihres manipulierbaren Verstandes in die lebendige Wärme ihres untrüglichen Gefühls und die freie Weite ihres Geistes hinaus zu führen. Die Vielfalt der Methoden kommt der Unterschiedlichkeit individueller Bedürfnisse und Möglichkeiten entgegen: Aus einem überreichen Angebot kann sich heute jede und jeder herauspicken, was für sie oder ihn gerade am besten passt.

Mir persönlich haben Yoga-Meditation und Aufstellungen geholfen, über das Denken hinaus zu gelangen und ein WIR-Gefühl zu erleben, das mir bis dahin unerreichbar schien. Als Kind hörte ich von den Nonnen in der Klosterschule zwar ständig, dass wir Christen alle Brüder und Schwestern wären, tatsächlich lebten sie uns jedoch das genaue Gegenteil vor. Die höher gebildeten unter ihnen, die wir “Mutter” nennen mussten, blickten hochmütig auf die einfacher gekleideten Klosterfrauen herab, die “Schwestern” genannt wurden. Sie waren für die schweren, schmutzigen Arbeiten in Haus und Garten zuständig, saßen in der Kirche ganz hinten, und wenn ich sah, wie sie sich demütig verneigten, wenn eine der “Mütter” grußlos an ihnen vorüber ging, zog es mir das Herz zusammen.

Später beschäftigte ich mich mit einer ganzen Reihe von Religionen und Ideologien, die ebenfalls die Geschwisterlichkeit aller Menschen propagierten. Doch die wenigen Einzelnen, hinter deren Worten und Taten wirklich warme, herzliche Liebe zu spüren war, galten auch dort als schwarze Schafe oder hatten ihre Gruppe bereits verlassen.

Wie groß war daher meine Überraschung, als ich am Ende der zweiten Familienaufstellung meines Lebens unvermutet das Bedürfnis empfand, ein Dutzend wildfremder Menschen zu umarmen, denen ich mich in dem Moment näher fühlte als meinen ältesten Freunden. Auf einmal war es da, das tiefe Gefühl wahrer Geschwisterlichkeit, an das ich kaum noch zu glauben wagte… Ausgerechnet hier, in einer mir fremden Gruppe! Niemals hätte ich damit gerechnet: Nach der ersten Aufstellung wäre ich am liebsten davongelaufen. Das emotionale Theater, das sich vor meinen staunenden Augen abspielte, war mir ganz und gar nicht geheuer. Erst als ich in der zweiten Runde meine Zuschauerrolle aufgeben musste, weil unbedingt eine weitere Darstellerin gebraucht wurde, erlebte ich erstmals das Wunder tiefsten Verbundenseins über ein unsichtbares Feld.

Meine gewohnte kleine Alltagspersönlichkeit hatte ich offenbar wie ein Kleidungsstück auf meinem Sessel zurückgelassen, denn kaum betrat ich das Feld, geriet ich in einen Zustand reinen Gewahrseins. Geleitet durch das gemeinsame Anliegen, eine gute Lösung für das schwere Problem der jungen Frau zu finden, dem die Aufstellung galt, konnte ich genau wie alle anderen Repräsentanten auf einmal Zusammenhänge wahrnehmen und Dinge aussprechen, die meinen Verstand bei weitem überstiegen. Und dann passierte das Wunder: All diese Menschen, die mir kurz davor nicht einmal sympathisch gewesen waren, empfand ich plötzlich als von ganzem Herzen geliebte Brüder und Schwestern…

Vorausgegangen war diesem Erlebnis eine längere Phase der inneren Einkehr, während der ich regelmäßig meditierte. Das hatte mir Zugang zu dem heiligen Raum in meinem Inneren verschafft, wo ich bis dahin mit dem Schöpfer allein gewesen war. Nun aber dehnte sich dieser innere Raum zu einem grenzenlosen Feld aus, in dem alles Platz hatte – Bekannte und Fremde, Lebende und Tote, Gegenstände und Geistwesen, Vergangenheit und Zukunft, Geborgenheit und Freiheit – alles, nur keine Begrenzungen oder fixen Gruppierungen mehr!

Der Aufstellungsarbeit verdanke ich meine erste Begegnung mit dem, was ich heute als “fließendes WIR” bezeichnen möchte. Nicht nur jedes Lebewesen, sondern auch jedes Wort hat ein eigenes Energiefeld, in das ich als freier Mensch ein- und wieder aussteigen kann – so einfach und selbstverständlich, wie ich bei Aufstellungen die Rollen wechsle.

Das fließende Wir bildet sich ständig neu. Es lässt MENSCHEN zusammenfinden, damit sie Ziele verwirklichen können, die nur gemeinsam zu verwirklichen sind. Zwischen Phasen der Aktivität erfordert es immer wieder Phasen der Muße für Herz und Geist, in denen der Einzelne ganz zu sich selbst und seiner kosmischen Allverbundenheit zurückfindet. Das fließende Wir ermöglicht es allen, sich weiterzuentwickeln, ihre Positionen zu verändern, den Beruf zu wechseln, auseinander zu gehen, neue Freunde zu finden und alte Freundeskreise zu verlassen, ohne die liebevolle Verbundenheit mit ihnen aufgeben zu müssen.

Im fließenden WIR mache ich die Erfahrung, dass ich als Individuum, ähnlich wie die Gesellschaft als Ganzes, mich in ständigem Fluss befinde. Nur mein Verstand versucht immer wieder, mich auf eine eng nach Herkunft, Alter, Geschlecht usw. definierte Persönlichkeit festzulegen, filtert meine Erinnerungen, schreibt mir gewisse Rollen zu und will bestimmen, welchen Gruppierungen ich mich anschließen soll und welchen nicht. In Wirklichkeit wachse und verändere ich mich in jedem Augenblick, das ist das Gesetz des Lebens. Das fließende WIR lässt mich das einzementierte Wir mitsamt seinen schützenden Grenzzäunen als Illusion erkennen.

Jenseits der Diktatur des Verstandes darf ich mich grenzenlos ausweiten und mich immer mehr als reines Gewahrsein im absichtslos beobachtenden Selbst erfahren, getragen von der Quelle allen Seins. Jeder Einzelne, der sich für diese beglückende Erfahrung öffnet, wird dabei zum MENSCHEN und trägt dadurch zu dem epochalen Wandel bei, in dem sich die Erde gerade befindet. Deshalb wünsche ich uns allen, dass wir das derzeitige Tauwetter dankbar begrüßen, auch wenn es noch so viel Schmelzwassermuren, Schlamm und Schmutz mit sich bringen mag…! Wie stark die aufsteigende Sonne der bedingungslosen Liebe schon leuchtet und wärmt, kann ich sehr deutlich wahrnehmen, wenn ich mich mit den vielen, vielen MENSCHEN auf der ganzen Welt innerlich verbinde. Probiert es aus!

Mit zartgrünen Vorfrühlingsgrüßen
Alexandra

2. Auflage "Lernen ist wie Atmen"

Die 2. Auflage unseres Buches trifft auf ein völlig verändertes Lesepublikum.

Dass Lernen außerhalb der Schule überhaupt möglich wäre, galt 2017 als exzentrische Idee von ein paar Außenseitern. Inzwischen mussten sich alle Eltern, ob sie wollten oder nicht, mit außerschulischen Formen des Lernens auseinandersetzen.

Die Zahl der Schulabmeldungen ist seither explodiert und alternative Lernprojekte schießen wie Pilze aus dem Boden.

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