GfKV: Hormus-Schock in drei Wellen
Warum die Krise weit mehr als Energie betrifft
GfKV Newsletter #19 • 21.03.2026
Marco Felsberger ordnet im GfKV Newsletter #19 die aktuelle Krise rund um die Straße von Hormus als weitreichenden Lieferketten- und Versorgungsschock ein. Im Kern geht es nicht nur um Öl, sondern um eine vernetzte Kaskade, die Chemie, Luftverkehr, Gesundheitsversorgung, Düngemittel, Aluminium, Halbleiter und Lebensmittelpreise zeitversetzt unter Druck setzt. Wir fassen den umfangreichen Newsletter zusammen, der am Ende natürlich auch im Original verlinkt ist.
Drei Wellen der Disruption
Der Beitrag zeigt, dass sich die Folgen der Krise nicht auf einen Schlag entfalten, sondern in mehreren Wellen.
- Zunächst treffen Preisschocks und erste Engpässe Kerosin und Naphtha.
- Danach geraten Helium, Dünger und Aluminium unter Druck.
- Erst in einer dritten Welle schlagen die Störungen auf Halbleiter, Industrieproduktion und schließlich auf Lebensmittelpreise durch.
Gerade diese zeitliche Verzögerung macht die Lage gefährlich, weil sie anfangs noch beherrschbar wirkt, obwohl die eigentliche Kaskade bereits läuft.
Der falsche Fokus auf Rohöl
Ein zentraler Punkt der Analyse ist, dass die öffentliche Aufmerksamkeit zu stark auf Rohöl und den Ölpreis gerichtet ist. Tatsächlich sind andere Stoffe mit deutlich kürzeren Pufferzeiten wesentlich kritischer. Während Rohöl durch strategische Reserven vergleichsweise lange abgesichert ist, können Naphtha, Helium oder bestimmte Vorprodukte wesentlich schneller knapp werden. Entscheidend ist daher nicht nur die Energiefrage, sondern die Verletzlichkeit ganzer Wertschöpfungsketten.
Warum ein Waffenstillstand nicht zur Normalisierung führt
Der Beitrag macht zudem deutlich, dass ein mögliches Ende militärischer Eskalation nicht automatisch das Ende der wirtschaftlichen Störungen bedeutet. Sicherheitsprüfungen, Versicherungsfragen und die schrittweise Wiederaufnahme kommerzieller Routen sorgen dafür, dass die Folgen weit über das eigentliche Konfliktgeschehen hinausreichen können. Genau darin liegt die strategische Botschaft des Textes:
Unternehmen, Institutionen und private Haushalte sollten die Krise nicht als kurzfristige Episode verstehen, sondern als Anlass, sich frühzeitig auf anhaltende Engpässe und Preisverwerfungen vorzubereiten.
Zur Quelle:
Der vollständige Beitrag von Marco Felsberger – veröffentlicht im Rahmen des Newsletters der GfKV durch Herbert Saurugg vertieft diese Zusammenhänge und ordnet die absehbaren Folgen detailliert und verständlich ein.
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