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GfKV-Newsletter #09 – Gesellschaft für Krisenvorsorge

GfKV-Herbert Saurugg

Der Winter ist zwar noch nicht ganz vorüber, aber die kritischste Phase ist wohl bereits überstanden.

Im letzten GfKV-Newsletter #08 vom August 2022 haben wir Sie erneut ermutigt, persönliche Vorsorgen für kommende Krisen zu treffen, da etliche Fakten auf eine mögliche kritische Lageentwicklung im Winter 2022/23 hingewiesen haben. Das milde Winterwetter hat für einen deutlich geringeren Gasverbrauch gesorgt und damit auch erwartbare Probleme bei der Stromversorgung verhindert. Es gab zwar einige Probleme beim Wiederhochfahren der französischen Kernkraftwerke, aber auch hier verhinderte das milde Wetter ernsthafte Komplikationen. Damit könnte man erneut (auf gut Österreichisch) zum Schluss kommen: Guat is gangen, nix is gschehn!

Genau das ist eine häufige Schlussfolgerung, dass damit bewiesen sei, dass auch in Zukunft nichts Schlimmes geschehen wird. Hier zeigt sich der permanente Spagat in der Risiko- und Sicherheitskommunikation: Ab wann stumpfen die Leute ab und wie lange können sie noch motiviert werden, sich in ihrem Bereich effektiv auf realistische Krisen vorzubereiten? Darauf gibt es wohl keine einfachen Antworten. Motivierend sind immer wieder Rückmeldungen, wie diese aus dem Gesundheitsbereich:

“Obwohl wir nun gut vorbereitet sind, hoffen wir dennoch, dass wir von unserem Konzept nie Gebrauch machen müssen. Es ist jedoch für alle Kolleginnen und Kollegen ein beruhigendes Gefühl „ein wenig“ vorbereitet zu sein.”

Das Thema Vorsorge wird mittlerweile wesentlich breiter in der Öffentlichkeit diskutiert, andererseits ist aber auch eine gewisse Polarisierung zwischen Verharmlosung und Übertreibung zu beobachten. Wir brauchen mehr denn je ein Sowohl-als-auch-Denken, um mit der steigenden Komplexität und den damit einhergehenden Widersprüchlichkeiten umgehen zu können. Auch etliche Medien verstärken diese Polarisierung. Allzu gerne wird von Panikmache gesprochen oder auch selbst betrieben. Vermeintliche Faktenchecks & Studien beziehen sich gerne auf die Vergangenheit. Selten werden die umfassenden Zusammenhänge tiefergehend beleuchtet, oder zumindest infrage gestellt und entkräftet.

Viel häufiger und lieber bezieht man sich auf Wunschvorstellungen, wie auch kürzlich Gerhard Christiner, Technikvorstand der Austrian Power Grid, kürzlich bei der Präsentation des Risikobilds 2023 des Österreichischen Bundesheeres sehr klar anmerkte (1. Statement, 2. Statement).

Allerdings gibt es mittlerweile auch genug Akteure, die haarsträubende Zusammenhänge konstruieren. Das Internet bietet da auch eine breite Spielwiese. Keine einfache Zeit, um sich seriös zu orientieren. Eines sollte aber klar sein: immer, wenn jemand einfache Antworten auf komplexe Zusammenhänge anzubieten hat, ist die Chance hoch, dass diese falsch sind.

Die Aufmerksamkeit ist gestiegen

Jede:r einzelne ist ein Tropfen. Aber gemeinsam sind wir ein Meer.Ryunosuke Saturo

Dieser Masseneffekt hilft vieleicht doch, dass wir künftig der Vorsorge mehr Beachtung schenken. Positiv ist zu bemerken, dass sich trotz oben vorgestellten widersprüchlichen Aussagen nun deutlich mehr Kommunen und Unternehmen mit dem Thema Blackout-Vorsorge beschäftigen. Zwar muss man noch immer genauer hinsehen, ob es sich nur um Überschriften handelt, oder ob wirklich fundierte Analysen durchgeführt und wirksame Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen eines überregionalen, länger andauernden Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfalls in Angriff genommen werden, aber die Sensibilisierung der Bevölkerung gelingt inzwischen doch in zunehmendem Maße. Erfreulich ist auch, dass jetzt immer mehr deutsche Kommunen sehr konsequent an die Bevölkerung appellieren und diese zur effektiven Eigenvorsorge aufrufen. Diese Notwendigkeit wird auch durch neue Forschungsergebnisse belegt: Keine Krisenbewältigung ohne Bevölkerung, etwas, was von uns bereits seit Langem propagiert wird. Die persönliche Vorsorge der Bevölkerung und der eigenen Mitarbeiter:innen ist die zentrale Basis für eine erfolgreiche Krisenbewältigung und sollte bei sämtlichen Überlegungen höchste Priorität haben. Wir glauben oft das, was wir glauben wollen Andere Forschungserkenntnisse, wie “Aktuell ist kein Blackout durch eine Energie-Unterversorgung zu befürchten, weil es starke und ausgereifte Sicherungsmechanismen gibt.” erinnern eher an die Truthahn-Illusion, oder an John Smith, dem Kapitän der Titanic:
“Ich kann mir keine Situation vorstellen, die ein Schiff zum Sinken bringen könnte. Ich halte es für unmöglich, dass dieses Schiff ernsthaft beschädigt werden könnte. Dazu ist der moderne Schiffsbau schon zu weit fortgeschritten.”
Eine ähnliche Sorglosigkeit ist leider auch beim Szenario „Strommangellage“ feststellbar, wie etwa nachstehende Schlagzeile zeigt: „Schubladenverordnung“ ausgearbeitet: Steiermark für Fall der Fälle gerüstet

Mögliche Strommangellage

In den vergangenen Monaten wurde immer wieder kommuniziert, dass ein Blackout zwar sehr unwahrscheinlich sei, aber dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Letztere Erkenntnis ist entscheidend! Zwar geht man davon aus, dass man ein Blackout – etwa ausgelöst durch eine absehbare Unterdeckung oder durch eine Strommangelbewirtschaftung („Energielenkung“) – verhindern könne.

Dabei wird leider übersehen, dass ein Blackout a) nicht durch ein Einzelereignis und b) eher nicht nur durch eine absehbare Unterdeckung ausgelöst werden kann. Die Gefahr geht eben von zufällig zusammentreffenden und dann sich in ihrer Wirkung selbstverstärkenden Ereignissen, also den beobachtbaren, kumulierenden Problemen aus. Die Komplexitätsfalle lässt grüßen.

 

Lieferkettenkollaps

Zum anderen zeigt sich, dass auch rollierende Flächenabschaltungen zur Verhinderung eines Blackouts massiv unterschätzt werden. Stromseitig sollte das beherrschbar sein, auch wenn es damit bei uns (siehe aber die Erfahrungen in Kalifornien oder Südafrika) keine Erfahrungen und viele Unbekannte gibt. In Österreich plant jedes Bundesland mit einer spezifischen Herangehensweise. So gibt es 2 bis 6 Zonen, die jeweils für 4 bis 6 Stunden – bei Bedarf rollierend – abgeschaltet werden sollen. Öffentlich ist dazu noch wenig bekannt, außer, dass die Abschaltungen aus technischen Gründen „diskriminierungsfrei“ und großflächig erfolgen müssen. Das bedeutet, dass es keinerlei Ausnahmen gibt, was dazu führen wird, dass es ähnlich wie bei einem Blackout – zumindest in den betroffenen Gebieten – binnen 30 Minuten keine Kommunikation mehr geben wird. Der gesamte Bahnverkehr müsste eingestellt werden. Nach etwa 3 Stunden würde das Kühlmittel vieler Kühlvitrinen in Supermärkten versagen, was einen wochen- bis monatelangen Instandsetzungsprozess nach sich ziehen würde. Durch die gleichzeitige Abschaltung in allen Bundesländern („gerechte Aufteilung“) würde es rasch zu einem Produktions- und Logistikchaos kommen. Ja, die Verordnungen für geplante Stromabschaltungen sind vorbereitet. Das nachfolgende Chaos ist damit aber vorbereitet. Auch wenn „Energielenkung“ das letzte Mittel ist, um das noch schlimmere Szenario eines ungeplanten, großflächigen Ausfalls zu verhindern, wären die Folgen bereits ähnlich dramatisch, wie bei einem Blackout. Vor allem dann, wenn solche Flächenabschaltungen über einen längeren Zeitraum erforderlich werden.

Der Glaube an eine „Energielenkung“ ist eine besondere Form des Selbstbetruges

Leider fehlt es auch hier an einer offenen und ehrlichen Sicherheitskommunikation, damit sich die Bevölkerung, aber auch die diversen Organisationen und Unternehmen darauf einstellen und vorbereiten könnenAuch wenn es je nach Szenario eine mehrstündige bis mehrtägige Vorwarnzeit geben soll, wird diese in der Regel nicht ausreichen, um ohne entsprechende Vorbereitungen erwartbare Schäden abwenden zu können. Eine generelle Blackout-Vorsorge würde jedoch helfen, die erwartbaren Probleme zu reduzieren und auf eine mögliche weitere Eskalation vorbereitet zu sein.

Die größten Unsicherheitsfaktoren sind wie bei einem wirklichen Blackout die Informationstechnologie (IT), Gebäudeleittechnik, Prozessleitsysteme etc. Zumindest bei den ersten Abschaltungen, wo mit einer erheblichen Anzahl von Problemen und Schäden zu rechnen ist. Sind diese einmal behoben und besteht eine gewisse Erfahrung mit den Abschaltungen, würde das durchaus funktionieren, siehe Beispiele Südafrika und Pakistan.

Die Gefahr einer möglichen Strommangel-Lage, wie sie in mehreren Ländern für diesen Winter erwartet wurde, dürfte vorerst gebannt sein. Dabei wurde der Winter 2023/24 als deutlich problematischer angesprochen. Durch die derzeit noch sehr hohen Speicherstände in den europäischen Gaslagern dürfte aber auch da die Lage nicht mehr so kritisch werden, wie sie noch vor wenigen Wochen zu erwarten war. Grund für eine Entwarnung sehen wir aber dennoch nicht, auch wenn ein etwas optimistischerer Ausblick möglich ist. Wer weiß schon, wie das Wetter im kommenden Winter wird oder welche Überraschungen bis dahin noch auftreten werden?

Krieg in der Ukraine

Wie wohl allen Leser:innen mittlerweile bekannt sein dürfte, wurde in den vergangenen Monaten mehr als die Hälfte der ukrainischen Strominfrastruktur zerstört. Dabei wurden insbesondere Umspannwerke in den Verteilnetzen angegriffen.

Es ist immer wieder überraschend und bewundernswert, wie rasch es dann doch wieder gelingt, eine Notversorgung herzustellen. Auch ein gesellschaftlicher Kollaps ist bisher ausgeblieben, was eigentlich bei der Auseinandersetzung mit dem Szenario Blackout zu erwarten wäre. Leider fehlen uns bislang entsprechende Hintergrundinformationen, um hier seröse Ableitungen vornehmen zu können.

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Wir gehen aber einmal grundsätzlich davon aus, dass die ukrainische Bevölkerung wesentlich besser mit Entbehrungen und mit der erlebten Wirklichkeit umgehen kann. Einerseits, weil bereits vor dem Krieg die Versorgung und die wechselseitigen Abhängigkeiten nicht auf dem von uns gewohnten und erwartetem Niveau waren. Zum anderen haben sich in den vergangenen Monaten wohl Strukturen gebildet, um mit einer solchen Lage umgehen zu können. Ob wir in Mitteleuropa auch eine derart rasche Anpassung hinbekommen würden, darf bezweifelt werden. Sollte jemand mehr Hintergrundinformationen zu diesem Thema haben, wären wir sehr daran interessiert.

Durch die aktuelle Kriegssituation kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Europa als Unterstützer der Ukraine ins Fadenkreuz von möglichen Sabotageakten gerät. Zwar ist nicht klar, wer tatsächlich hinter der Sprengung der Nord Stream Gaspipelines steckt, hier wurde aber eindeutig eine „rote Linie“ überschritten. Wir sollten daher auch hier auf mögliche weitere Eskalationen vorbereitet sein.

Zum anderen ist zu erwarten, dass für den Wiederaufbau der ukrainischen Strominfrastruktur die weltweiten Reserven angezapft werden müssen. So gab es bereits davor auch in diesem sicherheitskritischen Bereich Lieferschwierigkeiten, was sich wohl auf absehbare Zeit nicht verbessern dürfte. Auch das könnte Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit im europäischen Stromversorgungssystem haben. Denn auch für die Energiewende werden jede Menge solcher Komponenten dringend benötigt. Leider werden solche Aspekte gerne in der aktuellen Diskussion vergessen.

Von der Wirklichkeit abgetrenntes Denken und Handeln

So hat etwa die österreichische Bundesregierung für 2023 ein Förderbudget von 600 Millionen Euro für den Ausbau von Photovoltaik-(PV-)Anlagen aufgesetzt. Damit soll nur eine theoretische Erzeugungskapazität von bis zu 2.000 MW in einem Jahr aufgebaut werden. Das entspricht in etwa der tatsächlichen Erzeugungsleistung aller Donauwasserkraftwerke (als ob die Sonne selbst in der Nacht scheinen würde). Wie das materiell und personell bewältigt werden kann, wird sich bald zeigen. Wie das technisch umgesetzt und nachhaltig betrieben werden soll, bleibt ein Geheimnis. Denn es fehlen dafür die Netze und Speicher, die nicht Teil des Programms sind. Kommen „Quick-and-Dirty-Solutions“ (also unausgereifte „Schnellschuss-Lösungen“) zur Anwendung, verschlimmern diese (langfristig gesehen) das eigentliche Problem.
 
Systemverstaendnis
 
Ähnliche Meldungen liegen auch aus Deutschland vor: PV-Anlagen dürfen seit 1. Januar 2023 wieder „100 Prozent“ Strom einspeisen. Damit ist die bisherige 70-Prozent-Regelung für alle neu installierten Anlagen bis 25 Kilowattpeak (kWp) entfallen. Die 70-Prozent-Regelung sollte verhindern, dass die Infrastruktur für wenige Stunden im Jahr ausgelegt werden muss. Daher wurde der Einspeise-Prozess beim Erreichen von 70 % der Einspeis-Leistung gestoppt. Auch wenn diese Grenze nur für wenige Stunden pro Jahr erreicht wird, werden damit die Infrastrukturbelastungen und die Gefahr von regionalen Ausfällen steigen. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht …

Notfallregister.eu

Notfallregister.eu
Das Register für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zur bedarfsgerechten Unterstützung im Not- und Katastrophenfall.

Die GfKV ist Gründungsmitglied des www.notfallregister.eu. Aufgrund von Datenschutzbedenken war es bisher nicht möglich, ein solches Register von öffentlicher Seite einzurichten. Wir haben daher ein solches auf Vereinsbasis angestoßen und hoffen, dass wir doch früher oder später einen staatlichen Akteur für den Betrieb dieser bedarfsgerechten Unterstützung im Krisen- und Katastrophenfall gewinnen können.

Ziel ist es, Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Anlassfall eine bessere Hilfe zukommen zu lassen und den Einsatzorganisationen ein besseres Lagebild zu verschaffen, wo in ihrem Verantwortungsgebiet bei besonderen Lagen zusätzliche Herausforderungen auf sie zukommen. Mit Stand 1. Januar 2023 sind in Deutschland in allen Bundesländern bereits 1.332 Einzelpersonen sowie 5.081 registrierte Pflegeplätze/Plätze in Wohngemeinschaften erfasst und über 70 abrufende Stellen an das System angebunden. In Österreich hat die Ausrollung inzwischen auch schon begonnen.

Sollten Sie jemanden kennen, für den dieser Hinweis nützlich sein könnte, leiten Sie diese Information bitte gerne weiter.

Podcast für Erwachsene & zur Mitarbeitersensibilisierung

Im letzten Newsletter haben wir die Podcast-Serie für Kinder vorgestellt. Mittlerweile gibt es eine Fortsetzung und eine Podcast-Serie für Erwachsene. Diese kann ebenfalls frei genutzt werden. Beispielsweise für die Mitarbeiter:innen-Sensibilisierung in Organisationen, Unternehmen etc.

Unsere Leitlinien für Schulen wurden mittlerweile vom österreichischen Bildungsministerium übernommen und erweitert, sowie Mitte Dezember an alle Schulen verteilt. Die Schulen wurden aufgefordert, eine konkrete Planung durchzuführen und an die Eltern zu kommunizieren. Damit ist ein großer und wichtiger Schritt gelungen. Denn damit wird für viele Eltern eine Sicherheit geschaffen, die sie benötigen, um im Fall des Falles handlungsfähig zu bleiben. Denn wenn man weiß, dass der eigene Nachwuchs in Sicherheit ist, besteht kaum die Gefahr, „kopflos“ zu handeln.

Wir Alle Haben Eine Gesellschaftliche Verantwortung Blind

Blackout - Das Notfallvorsorgebuch für Österreich

Blackout – und dann? Wie kann man sich auf ein Ereignis vorbereiten, das es bisher noch nie gab? Warum ist das überhaupt notwendig? Welche Erfahrungen kann man sich dabei ersparen? Wie bekommt man das mit einem kleinen Budget hin? Oder was macht man in einer kleinen Wohnung mit wenig Platz? Diese und viele weitere Fragen beantworten die beiden GfKV-Mitglieder, Herbert Saurugg, internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte sowie Markus Unterauer, Vorsorgeexperte in ihrem Buch „Blackout – Das Notfallvorsorgebuch für Österreich“
Eine Grundausstattungsliste speziell für die kleine Geldtasche, genaue Checklisten und jede Menge praktischer Tipps, zu einem großen Teil in Selbsterfahrung erprobt, machen dieses Buch zu einem unschätzbaren Ratgeber für Ihre individuelle Vorsorge.

Wir Alle Haben Eine Gesellschaftliche Verantwortung

Call to Action: persönliche Vorsorge!

Herbert Saurugg arbeitet gerade mit dem Lebensmittelhandel und der Lebensmittelindustrie zusammen, um nach einem möglichen Blackout oder einer Strommangellage die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern möglichst rasch wieder zum Laufen zu bringen. Der „Aha-Effekt“ für alle war bisher, dass der Wiederanlauf wohl deutlich länger dauern könnte, als bisher erwartet wurde. Denn unsere Just-in-Time-Produktion und Logistik birgt viele Abhängigkeiten und Stolperfallen, die einen raschen Wiederanlauf gefährden. Das Thema „Kühlkette“ wurde ja weiter oben bei der Strommangellage bereits angesprochen.

Ein weiteres Thema, das nicht vergessen werden darf, ist die gesamte Entsorgung. In den österreichischen Supermärkten lagern etwa 200.000 Tonnen an verderblichen Waren. In den Haushalten könnten nochmals an die 40.000 Tonnen dazukommen. Das sind Dimensionen, die man sich kaum vorstellen kann. Je nach Jahreszeit könnten da rasch weitere Krisen entstehen.

Umso wichtiger war der gemeinsame Schritt des Einzelhandels für Lebensmittel, eine gemeinsame Vorgangsweise zu definieren, bei der hoffentlich möglichst viele verderbliche Waren rechtzeitig und geordnet abgegeben werden können. Trotz zum Teil gegenteiliger Kommunikation ist damit die Lebensmittelversorgung während eines Blackouts nicht gesichert. Es handelt sich um ein NotverfahrenDie persönliche Vorsorge bleibt weiterhin das Um und Auf. Die Frischware ist vielleicht dann eine Ergänzung, wird aber bei Weitem nicht für alle reichen.

Wir Alle Haben Eine Gesellschaftliche Verantwortung

Für die Vorsorge in Mehrparteienhäusern haben wir einen Aushang erstellt, der im Anlassfall auf die Eingangstüren ausgehängt werden kann und hoffentlich eine erste Orientierung liefert.

Wem Korrelation und Kausalität nicht so geläufig sind, dem empfehlen wir dieses Video.

Weiterführende Beiträge und Informationen

Blackout-Vorsorge

Stromversorgungssystem

Krisen/Vorsorge

Sonstiges

Herzliche Grüße
Herbert Saurugg, Gottfried Pausch und Franz Hein

Herbert Saurugg Avatar

Seit Jahren verbreite ich umfangreiche Analysen für den Fall eines Blackouts auf meiner Webseite.

Seit 2019 auch in Kooperation mit GAIA: Meine Newsletter werden bei Erscheinen auch hier für Interessierte veröffentlicht.

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