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Mein Kurztripp nach Estland

Reichlich 4300km führte mich der Weg in den Nordosten Europas – und gesund zurück.

Die Straße von Mariapfarr im Lungau bis nach Narva am nordöstl. Ende von Estland, vom gleichnamigen Fluss von Russland getrennt, führt durch sechs Länder und vielen Landschaften. Tschechien und Polen zeigen, was sie seit dem Beitritt zur EU aus ihren Ländern gemacht haben. Bestens ausgebaute Straßen führen durch viele Industrie- und Gewerbegebiete. Alle großen Marken sind mit teilweise riesigen Baukomplexen präsent und ergeben das Bild eines “modernen Industriestaates”.

 Dann kommen die baltischen Länder. Die Straßen sind ebenfalls in einwandfreiem Zustand, aber nun sind sie nicht mehr von Firmen- und Gebäuden großer internationaler Konzerne gesäumt, sondern von weitläufiger Landschaft, frei vom Reklameschilderwald, von den architektonischen Ergüssen in verschachtelten Schachteln. Die Augen dürfen sich beim Anblick von wilden Wiesen, riesigen Äckern, großen Flächen mit Gestrüpp und vor allem Wald, Wald und wieder Wald erholen. Man fühlt, wie die Erinnerung an unberührte Natur auch das Herz entlastet.  Die Landschaft bringt auch der Seele Erholung und so stören die unzähligen Radargeräte, die ohnehin deutlich angekündigt werden, kaum mehr. Nach 26 Std. Fahrt über 2170 km ist Narva erreicht.

 Auch hier fällt auf: alles ist weitläufig angelegt, die Wohnblöcke aus der Sovietära – in der DDR als Arbeiterschließfächer bezeichnet – stehen weit von einander entfernt zwischen gepflegten Rasenflächen, die von Fußpfaden, entlang derer sich die Hundebeitzer bewegen, durchzogen sind.

Es ist sauber, keine Abfälle liegen weder an Straßen- und Wegrändern, auch nicht in Wiesen. Wenn man anschaut, welche Autos auf den Parkplätzen abgestellt ist, wähnt man sich in einer besonders reichen Gegend zu befinden. Kaufhäuser, Supermärkte und Geschäfte sind mit Marken- und Qualitätswaren bestückt. Der Trubel in den Kaufhäusern ist geringer als in den Wohlfahrts-wegwerf-gesellschaftsstaaten. Eingekauft wird nach Notwendigkeit gemäß Finanzplan und nicht nach den Verführungskünsten der Augen. Die Wohnungen sind, als Erbe aus kommunistischer Zeit relativ klein, aber gut und komfortabel ausgestattet. Nun sind sie in Besitz der Bewohner – vom Staat geschenkt. Das was an Mieten gespart wird, wird eben für die Lebenshaltung aufgewendet, vielleicht im einen oder anderen Fall auch für das große, teure Auto. Die Menschen in Narva sind russischstämmig. Es wird auch russisch gesprochen, zumindest von den meisten dort. Und da diese Stadt, ehemals eine reine Industriestadt, nur durch den Fluss vom ehemaligen Mutterland, Väterchen Russland, getrennt ist, halten sich auch viele Russen in der Stadt auf. Und die Menschen sind wie wir, nur etwas introvertierter und ruhig. Lärm gibt es so gut wie gar keinen.

Wenn man sich nur ein paar Tage lang in diesem schön und angenehmen empfindenbarem Land aufhält, sind die Eindrücke auch nur spärlich. Um Missstände mitzubekommen, wie es jedem in seinem Land und seiner Gegend passiert, sind vier Tage Aufenthalt einfach zu kurz.

Außerdem, wer nur wegfährt, um festzustellen, wie schlecht es hier und wie gut es zu Hause ist, sollte besser auch dort bleiben. Nach einer problemlosen Heimfahrt bleiben viele schöne, interessante und spannende Eindrücke im Gedächtnis und der Wunsch, dieses Land und diese Stadt wieder besuchen zu wollen, in der Seele.

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