Pflanzenöl kann Erdöl ersetzen
Und das haben wir bereits bewiesen. Ich höre diesen Satz bis heute immer wieder: „Pflanzenöl in relevanten Mengen? Das ist unmöglich.“ Erst kürzlich, bei einer Diskussion, meinte ein Landwirt, er würde gerne ein Blockheizkraftwerk mit Pflanzenöl betreiben. Er bräuchte dafür 100.000 bis 200.000 Liter pro Jahr. Die Reaktion war reflexartig: zu viel, nicht machbar, unrealistisch.
Genau hier beginnt das Problem – denn diese Aussage widerspricht den Fakten und unserer eigenen Geschichte.
Die Landwirtschaft in Deutschland benötigt rund vier Milliarden Liter Diesel pro Jahr. Als Anfang der 2000er-Jahre die Steuerbefreiung für Biokraftstoffe beschlossen wurde, begannen viele Bäuerinnen und Bauern, umzudenken. Sie ersetzten fossilen Diesel konsequent durch reines Pflanzenöl.
Es entstanden rund 700 bäuerliche Pflanzenöl-Pressgemeinschaften. Bereits 2004 erzeugten sie gemeinsam etwa vier Milliarden Liter Pflanzenöl – genug, um den gesamten landwirtschaftlichen Kraftstoffbedarf zu decken. Autark, regional und ohne fossile Abhängigkeit.
Diese Strukturen waren erfolgreich. So erfolgreich, dass sie ihre Produktion bis 2008 verdoppelten. Über acht Milliarden Liter Pflanzenöl und Biokraftstoffe wurden erzeugt und nicht nur in der Landwirtschaft genutzt, sondern auch in Lkw- und Autobusflotten. Mehr als 70 spezialisierte Umrüstfirmen passten Fahrzeuge für den Betrieb mit Pflanzenöl an. Eine funktionierende Wertschöpfungskette entstand – vom Feld bis zur Mobilität.
Der Dieselverbrauch sank - das wurde zum Problem
Ab 2008 setzte massiver Lobbyismus großer Konzerne ein. Unter dem politischen Kurs der damaligen Bundesregierung wurde eine Besteuerung von Pflanzenöl mit 37,6 Cent pro Liter beschlossen, die 2012 in Kraft trat. Damit wurde Pflanzenöl künstlich unwirtschaftlich gemacht – mit dramatischen Folgen:
- Fast alle Ölmühlen schlossen
- Umrüstbetriebe verschwanden
- Logistikketten brachen zusammen
- Rund 100.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Nicht, weil das System nicht funktionierte – sondern weil es zu gut funktionierte.
Dabei ist das Potenzial bis heute enorm. Weltweit könnte Pflanzenöl Erdöl ersetzen, und das mit lediglich rund 2,6 Prozent der globalen Landfläche. In unseren Klimazonen sind Erträge von etwa 1.000 Litern pro Hektar realistisch, in äquatornahen Regionen sogar bis zu 10.000 Liter pro Hektar.
Natürlich sage ich klar: Photovoltaik und Windenergie müssen Priorität haben. Doch Biomasse – und damit auch Pflanzenöl – ist die ideale Regel- und Ausgleichsenergie, speicherbar und bedarfsgerecht einsetzbar. Genau dazu existieren fundierte wissenschaftliche Arbeiten, etwa von Prof. Ernst Schrimpff aus Weihenstephan, mit dem ich bereits 2004 beim Pflanzenöl-Symposium in Aachen Vorträge halten durfte.
Die eigentliche Frage lautet heute nicht mehr, ob Pflanzenöl eine Alternative ist. Sondern die Frage ist: Wie lange können wir uns fossile Energien überhaupt noch leisten?
Ich finde wir können uns das weder ökonomisch – angesichts endlicher Ressourcen – noch ökologisch, im Hinblick auf den Klimaschutz, leisten.
Quellen:
„Die Lösungen sind da. Wir hatten sie schon einmal in der Hand. Autark, regional und wirksam. Es liegt an uns, sie wieder zuzulassen.“
Wolfgang Löser, Energieponier
„Erster energieautarker Bauernhof Österreichs“ seit 2002 mit Vorträgen und Seminaren
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Österreich
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Link zum Film: Enerkey Wer hat den Schlüssel zur Energiewende?
Bereits heute überlegen: Wind, Solar und Photovoltaik mit STROMSPEICHER , E-Mobilität und Wärme-Kraft-Kopplung als Regelenergie



