Scholé-Nachrichten – Januar 2026

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Liebe Scholé-Freunde

Ich bitte euch um Verständnis dafür, das ich heute meine sehr persönlichen Erfahrungen der letzten Monate mit euch teile. Es begann mit einem unvermuteten Schlaganfall Mitte Oktober 2025. Dass ich ihn gut überstanden habe, verdanke ich der hoch technisierten Schulmedizin im AKH. Seit ich wieder zu Hause bin, genieße ich die hingebungsvolle Pflege meines Mannes, unser Streit über divergierende geopolitische Sichtweisen ist vergeben und vergessen.

Eine Freundin hat mir den Kontakt zu einem Heiler vermittelt, der nur auf Basis eines kurzen Vorgesprächs, ganz ohne technische Mittel mit Frequenzen arbeitet. An dem vereinbarten Termin für die telefonische  Sitzung mit ihm sollte ich mich einfach entspannt hinlegen und auf meine Wahrnehmungen achten. Sogleich tauchte das Bild eines spärlich bekleideten Mädchens auf, das wie ein Häufchen Elend auf einem kalten Steinboden kauerte.  Ich erkannte das Kind, mit dem ich mich offenkundig näher beschäftigen sollte: Das war eindeutig ich im Alter von 9 Jahren, als ich auf Anraten der Ärzte, die meinen Herzklappenfehler behandelten, in ein Kloster-Internat am Land geschickt wurde, weil ich dort vor der erhöhten Infektionsgefahr in der Großstadt geschützt wäre.

Das große graue Haus mit den langen Gängen und die hohe Mauer, die das Grundstück umgab, erinnerten schon optisch an ein Gefängnis. Das Schlimmste aber waren die unzähligen Kruzifixe, also Kreuze, an denen ein blutiger Leichnam hängt. Es gab sie in allen Größen und sie hingen in jedem Raum. Sogar die Klosterfrauen, die das Haus führten, trugen alle silberne Kruzifixe um den Hals. In der Kirche, wo der Tag meist schon im Morgengrauen begann, kamen noch Statuen und Bilder geschundener Märtyrer hinzu, ein Bild der Madonna, das Herz von 7 Schwertern durchbohrt, und die grausamen Kreuzwegstationen, die dem unvoreingenommenen Betrachter so viele Kirchen wie Kriminalmuseen erscheinen lassen.

Die Lehre war unmissverständlich und wurde bei jeder Gelegenheit verbal bekräftigt: Das Wesentlichste für Christen sind Sünde, Tod und Leiden. Für uns Kinder bedeutete das ständige Gewissenserforschung und wöchentliche Beichte. Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt wurde, war verboten. Verboten war beispielsweise auch Alleinsein oder eine Unterhaltung unter vier Augen, weil die Nonnen ja überall  gefährliche Versuchungen witterten. Für Lebensfreude war kein Platz, es ging nur darum, Gott Leid und Schmerz aufzuopfern. Je schwerer mir etwas fällt, desto gottgefälliger ist es, lernten wir. Abends im Schlafsaal bekamen wir Geschichten von Kindern vorgelesen, die den Märtyrertod gestorben waren. Das führte dazu, dass ich in den 18 Monaten, die ich in diesem Haus verbrachte, jeden Abend darum betete, den Märtyrertod sterben zu dürfen, um – ohne Zwischenstation im Fegefeuer – in den Himmel zu kommen (Selbstmord wäre ja eine Todsünde gewesen, die mich auf direktem Weg in die Hölle gebracht hätte). Ich stritt zwar mit den Klosterfrauen über die Frage, ob die Höllenstrafe wirklich ewig sein könne, was mit einem “lieben Gott” doch völlig unvereinbar wäre, aber Angst hatte ich trotzdem.

Seltsam, wie tief destruktive Glaubenssätze verankert sind, obwohl sehr viele Zeitgenossen diese Form der Religiosität längst als gefährliche Irrlehre erkannt haben. Dennoch zeigen die aktuellen  Meldungen, dass Krieg, Leid und Überlebenskampf leider nach wie vor das Zeitgeschehen bestimmen. Nun darf sogar Kriegstüchtigkeit wieder öffentlich beworben werden!

[...] Abends im Schlafsaal bekamen wir Geschichten von Kindern vorgelesen, die den Märtyrertod gestorben waren. Das führte dazu, dass ich in den 18 Monaten, die ich in diesem Haus verbrachte, jeden Abend darum betete, den Märtyrertod sterben zu dürfen [...]
Alexandra Terzic-Auer
Alexandra Terzic-Auer
Freidenkerin

Umso wichtiger ist es, dass endlich eine neue Generation mit lebensbejahenden Glaubenssätzen heranwächst: Jedes Kind, das so sein und werden darf, wie es ist, dessen Lebenslust als kostbarster Schatz gehütet wird, dessen Liebesfähigkeit gewürdigt und genährt wird, ist ein Geschenk für die Welt! Mein eigenes Kindheitstrauma hat mich für diese Einsicht empfänglich gemacht, und seit ich mich nochmals damit auseinandersetzen musste, spüre ich tiefer als je zuvor, dass es mein Herzensanliegen, mein Lebensthema ist! Insofern hatten auch die negativen Erfahrungen ihren Sinn. Und die vielen kleinen Schritte in Richtung Befreiung, die in den letzten Jahren stattgefunden haben, empfinde ich als unmittelbar heilend und lindernd. Ein herzliches Danke jeder und jedem Einzelnen von euch, die sich für die Freiheit und Selbstbestimmung der jungen Menschen einsetzen! Bleibt stark! Denn die Verführungen der weltlichen Sicherheits- und Bequemlichkeits-Religion von heute sind noch gefährlicher und lebensfeindlicher als der verzopfte religiöse Schuldkult, aus dem sie hervorgegangen sind.

Dieser Schuldkult erzieht seine Anhänger/Opfer dazu, ihre Aufmerksamkeit stets darauf zu richten, was fehlt, was falsch läuft, was krank, verletzt oder mindestens verbesserungsbedürftig ist. So wird sichergestellt, dass das natürliche Vertrauen in das Leben verblasst und alle ständig nach einem Retter Ausschau halten.

“Christ, der Retter ist da”, haben wir zu Weihnachten gehört oder mitgesungen. Das Kind in der Krippe erkennen allerdings nur Sensible als Retter, die den Gesang der Engel hören und verstehen können, also einfache, naturnahe Menschen wie die Hirten auf dem Felde, oder alte

Weise wie die Sterndeuter aus dem Morgenland. Die anderen warten – immer noch oder schon wieder – auf den starken Mann, der sie und ihr Volk befreien soll.

Engelstimmen Vernehmende und Weise von heute machen uns Hoffnung, dass das Zeitalter des Kindes nach 2000 Jahren Wartezeit nun endlich wirklich eintreten wird, dass es so in den Sternen steht und ein positiver Wandel nicht mehr aufzuhalten ist. Diese Botschaft fühlt sich gut und richtig an. Und jedes einzelne Kind, das frei und selbstbestimmt aufwachsen darf, gibt uns einen Vorgeschmack auf die Menschwerdung, der wir entgegensehen, wenn wir uns nicht länger davon abhalten lassen, unserer eigenen inneren Stimme, der Stimme des Herzens zu folgen, anstatt uns von äußeren Vorgaben und Regeln verleiten zu lassen.

In diesem Sinne ein frohes, gesegnetes neues Zeitalter!
Alexandra

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