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Scholé-Nachrichten April 2019

Schole-Titelbild

Liebe Scholé-Freunde, beginnen möchte ich diesmal mit einer herzlichen Einladung zur 2. Informations-Veranstaltung der Freilerner:

WANN? Mo, 20. Mai 2019 ab 19.00 Uhr
WO? 1030 Wien, Markhofgasse 19

BILDUNG NEU DENKEN:
FreiLernen als Chance für die Bildungslandschaft

Alle Menschen sind von Geburt an FreiLerner.
Unser Gehirn ist dazu geschaffen, Erfahrungen zu verarbeiten und zu speichern, wenn sie als subjektiv sinnvoll eingeschätzt werden. Unabdingbar sind dafür also INTERESSE, NEUGIER und BEGEISTERUNG. Wer unter Druck Leistungen erbringen muss, kann nicht mehr kreativ sein. Unser Potenzial können wir nur dann entfalten, wenn wir SELBSTBESTIMMT lernen dürfen. Das bestätigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten.

Wie könnte unsere Bildungslandschaft aussehen, wenn diese Erkenntnisse endlich in die Praxis umgesetzt würden?

Was im heutigen Schulsystem immer noch als utopisch angesehen wird, machen einige Pionierinnen und Pioniere des selbstbestimmten Lernens ihren Söhnen und Töchtern bereits heute möglich. Welche Einsichten sie auf diesen Weg gebracht haben, welche Erfahrungen sie damit machen und welchen Hindernissen sie begegnen – all das erfahren Sie aus erster Hand an diesem Abend!

Moderation: Michael Karjalainen-Dräger

DI Sigrid Haubenberger-Lamprecht und Dr. Gudrun Totschnig führen in das Thema ein.

Referate

  • Marie Sophie Frei, Juristin, Linguistin und Kognitionswissenschafterin:
    “Lernen aus kognitionswissenschaftlicher Sicht”
  • Mag. Heidrun Krisa, Verhaltensbiologin:
    “FreiLernen und Sozialisation”
  • Prof. Dr. Ulrich Remus, Leiter des interdisziplinären Forschungszentrums „Informationssysteme für vernetztes Arbeiten und Leben“, Universität Innsbruck: “Studien und Berufsaussichten”
  • Mag. Jan Engelberger, Jurist und Taiji-Lehrer:
    “Die rechtliche Sicht auf selbstbestimmte Bildungswege”

Alle Vortragenden sind Eltern frei lernender Kinder und beantworten gerne Fragen aus dem Publikum!

Kostenbeitrag: 10-15 Euro nach eigener Einschätzung
Um uns die Organisation zu erleichtern, bitten wir um Anmeldung unter veranstaltung@freilerner.at

Machen wir uns gemeinsam für neue Bildungswege stark!

Die Situation der österreichischen Freilerner steht im Moment auf Messers Schneide:
Von links werden Befürchtungen vorgebracht, dass der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet sei, wenn nicht jedes Kind nach den gleichen schulischen Lehrplänen unterrichtet wird. Von rechts werden Leistungskontrollen, Standardisierung und Anpassung an die Erfordernisse der Wirtschaft weiter vorangetrieben. Beschlossen wurde also eine Erhöhung der Strafen für jeden, der es wagt, individuelle Wege einzuschlagen. De facto hängen die Freiheitsrechte damit wie so oft vom Kontostand ab: Wie viele Eltern können es sich leisten, 800€ Bußgeld pro Kind zu bezahlen – 400€ die Mutter und 400€ der Vater – und das mehrmals pro Jahr je nach Ermessen der zuständigen Behörde?!

Die Menschenrechtserklärung beruht auf der Idee, dass in einem demokratischen Gemeinwesen die Freiheit jedes einzelnen Individuums als höchster Wert zu gelten hat und den Wünschen von Staat und Gesellschaft daher nicht untergeordnet werden darf.
In diesem Sinne habe ich ein Schreiben an Richter verfasst, die über diese Strafen zu bestimmen haben:

Als Bürgerin eines demokratischen Staates beeinspruche ich die Verhängung von Verwaltungsstrafen für das Freilernen unter Berufung auf die MENSCHENRECHTE, die auf unbedingter Achtung vor der Freiheit des Individuums beruhen:

Jeder Mensch kommt mit individuellen Anlagen und Bedürfnissen zur Welt. Ein allgemeingültiges Bildungskonzept, das es jedem Kind ermöglichen würde, seine angeborenen Potenziale bestmöglich zu entfalten, kann es angesichts der Vielfalt menschlicher Anlagen und Bedürfnisse also gar nicht geben. Sämtliche Vertreter der Entwicklungpsychologie plädieren deshalb für maximale Individualisierung.

Unterschiedliche Bildungswege können nicht prinzipiell als gut oder schlecht, richtig oder falsch beurteilt werden, sondern nur als momentan besser oder weniger gut geeignet für ein bestimmtes Kind – je nach dessen Anlagen, dessen persönlicher, familiärer und sozialer Situation. Dazu kommt noch die nötige Rücksicht auf die individuellen Lernstrategien von Kindern und Jugendlichen.

Das KINDESWOHL hängt also davon ab, wie gut eine Bildungsform unter den gegebenen Umständen

  1. den individuellen Bedürfnissen des betreffenden Kindes,
  2. den menschlichen und sozialen Möglichkeiten der Familie entspricht.

Außer Frage steht selbstverständlich, dass alles getan werden soll, um offenkundige Verstöße gegen das Kindeswohl zu verhindern, die innerhalb des Schulsystems genauso vorkommen wie außerhalb. Keine Bildungsform kann für sich beanspruchen, das Kindeswohl oder gar den späteren Berufserfolg zu GARANTIEREN, auch die Schule nicht!

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Vielfalt unserer Welt auf allen Gebieten exponentiell vergrößert – einer wachsenden Zahl von Problemen steht damit auch eine wachsende Zahl möglicher Lösungen gegenüber:

  • Das Weltwissen verdoppelt sich alle paar Jahre.
  • Zugang zum Weltwissen hat inzwischen potentiell jeder, der ein Smartphone bedienen kann.
  • Die meisten Staaten der Welt haben mit wachsender Sprachenvielfalt und immer größeren kulturellen Unterschieden zwischen ihren BewohnerInnen zu tun.
  • Zugleich gab es noch nie so viele verschiedene Bildungswege, Berufe, Reise- und Beschäftigungsmöglichkeiten wie heute.
  • Die gesellschaftliche Entwicklung verläuft so rasant, dass niemand genau sagen kann, welche Kompetenzen in 10 oder 20 Jahren gefragt sein werden.
  • Ein verbindlicher Lehrplan für alle ist unter diesem Blickwinkel vollkommen unrealistisch und damit de facto obsolet.
  • geworden, dafür gibt es bereits eine kaum überschaubare Menge außerschulischer Bildungsmöglichkeiten.

  • Noch nie waren die Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen gleichen Alters so groß wie heute. Unter 13-jährigen Schülerinnen und Schülern wurden Entwicklungsunterschiede von +/- 7,5 Jahren zwischen den reifsten Mädchen (sie haben in diesem Alter einen durchschnittlichen Entwicklungsvorsprung von 1,5 Jahren) und den unreifsten Jungen gemessen! Kein Wunder, dass der in unseren Schulen immer noch übliche Unterricht altershomogener Klassen von LehrerInnen UND SchülerInnen so oft als Zumutung empfunden wird.
  • Auch auf dem Schulsektor nimmt die Vielfalt merklich zu: Obwohl sich die öffentlichen Schulen durch Mehrstufenklassen und zahlreiche andere Maßnahmen um Diversifizierung bemühen, besucht in Deutschland wie in Österreich bereits jedes 10.Kind eine private oder eine freie Schule. Starke Zuwachsraten verzeichnet auch das Freilernen: In den USA stieg die Zahl von 2 auf 3 Millionen, davon schätzungsweise 300.000 bis 400.000 Unschooler, die auf Externistenprüfungen verzichten (was in den angelsächsischen Ländern vollkommen legal ist).

Die derzeitige Rechtslage in Österreich empfinde ich als äußerst ungerecht, denn sowohl der Besuch von Privatschulen als auch das Freilernen hängen ausschließlich von der Finanzlage der betroffenen Familien ab: Wer genug Geld hat, kann seine Kinder in eine Privatschule schicken, zur Prüfungsvorbereitung Nachhilfelehrer bezahlen oder die regelmäßigen Geldbußen für das Freilernen „aus der Portokassa“ begleichen.

Kinder aus ärmeren Familien, werden durch Strafbescheide, die angeblich zu ihrem Wohl erlassen wurden, de facto mehrfach benachteiligt:

  • Solange es keinen Bildungsgutschein für jedes Kind gibt, müssen ihre Eltern sämtliche Bildungsausgaben aus eigener Tasche bezahlen.
  • Strafen belasten das ohnehin knappe Familienbudget, von dem für Lernmaterialien, Kurse, Exkursionen, Treffen mit anderen Kindern, Reisen usw. dann noch weniger übrig bleibt.
  • Die Bezugspersonen müssen sehr viel Zeit, die sie mit den Kindern verbringen könnten, für Behördenwege, Eingaben und Streitgespräche aufwenden.
  • Sind die verhängten Strafen uneinbringlich, kommen die Eltern wie Verbrecher ins Gefängnis.
  • Die Atmosphäre in der Nachbarschaft sowie im weiteren Familien- und Freundeskreis wird durch gerichtliche Auseinandersetzungen oder gar einen Gefängnisaufenthalt oft schwer belastet. Hauptleidtragende sind die Kinder, die das als extrem beschämend wahrnehmen, ohne irgend etwas dagegen tun zu können!

In Kanada und Großbritannien haben Studien über die soziale und berufliche Weiterentwicklung von Jugendlichen, die sich informell bilden durften, so günstige Ergebnisse erbracht, dass Freilerner dort immer häufiger staatliche FÖRDERUNGEN erhalten. Dient es dem Kindeswohl nicht weitaus mehr, wenn Behördenvertreter statt als strafende Kontrollore als kooperationsbereite UNTERSTÜTZER von Freilernerfamilien auftreten?

Die österreichischen Freilernerfamilien fordern im Namen der ihnen anvertrauten jungen Menschen die Legalisierung des freien oder informellen Lernens, sofern und solange die Kinder selbst es so wollen. (Schulkinder sollen die Möglichkeit haben, Freilerner zu werden, und Freilerner die Möglichkeit, zur Schule zu gehen.) Sie bejahen selbstverständlich Maßnahmen, die tatsächlich dem Schutz des Kindeswohls dienen und für alle mit Erziehungsaufgaben betrauten Menschen gleichermaßen gelten.
Sollten bereits existierende Studien aus dem Ausland in Österreich weiterhin nicht anerkannt werden, fordern sie eine wissenschaftliche Erforschung selbstbestimmter Bildungswege, die anderswo seit jeher als Urform des Lernens und als Bereicherung moderner Bildungslandschaften geschätzt werden.

Ich bitte euch um Verbreitung dieser Gedanken bzw. um Rückmeldungen, falls ihr Einwände vorzubringen habt – oder Freilerner aktiv unterstützen möchtet!

Sturmgebeutelte Frühlingsgrüße
Alexandra

P.S: Da sich Newsletter nicht gut weiterleiten lassen, hier ein Link, hinter welchem die Scholé News seit Längerem in Beitragsform bereitgestellt werden: http://gaia-energy.org/tag/schole/

Buchtipp – “Lernen ist wie Atmen”


Gemeinsam mit zwei Freilernermüttern, Gudrun Totschnig und Sigrid Haubenberger, haben wir es im Selbstverlag herausgegeben.

Wir alle haben das Gefühl, dass die Zeit reif ist für diese vielstimmige Darstellung, wie Freilernen in der Praxis gelebt werden kann. Lass Dich durch die Leseprobe inspirieren oder bestelle am GAIA Marktplatz Dein eigenes Exemplar mit 10% Preisvorteil für Mitglieder.

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