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Energie & Technologie

Bedini-Rückladesystem 2009: Guy Harys Rotor, der seine Akkus selbst nachlädt

Bedini-Rückladesystem 2009: Guy Harys Rotor, der seine Akkus selbst nachlädt

Der Amerikaner John Bedini entwickelte schon in den 1980er-Jahren Motoren, die mit kurzen Stromstössen arbeiten und einen Teil der eingesetzten Energie in einen zweiten Akku zurückführen. 2009 stellte das NET-Journal einen besonders hartnäckigen Nachbauer vor: den Luxemburger Elektromeister Guy Hary.

So funktioniert das Prinzip

Auf einem gut gelagerten Rad – bei Hary eine Fahrradfelge – sitzen in gleichen Abständen Neodym-Magnete. Sie laufen an einer feststehenden Spule vorbei. Jeder vorbeiziehende Magnet induziert in einer Triggerwicklung eine kleine Spannung, die einen Transistor durchschaltet. Die Antriebsspule bekommt einen kurzen Stromstoss aus dem ersten Akku und schiebt den Rotor weiter.

Entscheidend ist der Moment danach: Schaltet der Transistor ab, bricht das Magnetfeld der Spule zusammen. Die dabei entstehende Gegenspannung (Back-EMF) wird über eine Diode nicht vernichtet, sondern in einen zweiten Akku geleitet. Ist der erste Akku leer und der zweite voll, werden die beiden getauscht – von Hand oder per Schaltung.

Harys Messungen

Die kleine Version mit 16 Magneten hatte Hary zusätzlich mit 27 Kilogramm Blei beschwert, um die Schwungmasse zu erhöhen. Sie erreichte rund 1.300 Umdrehungen pro Minute, die Rückladespule lieferte etwa 13 Volt. Mit einem Labornetzgerät mass er die Leistungsaufnahme:

  • bei 12 Volt: 0,4 Ampere, also 4,8 Watt
  • bei 25 Volt: 0,61 Ampere, 15,25 Watt, rund 2.000 U/min
  • bei 60 Volt: 0,48 Ampere, 28,8 Watt, rund 5.000 U/min

Bemerkenswert ist, dass der Strom bei steigender Spannung nicht mitwächst, sondern sogar sinkt. Die höhere Leistungsaufnahme erklärte das NET-Journal vor allem mit Luftwiderstand und Lagerreibung.

Die grosse Version auf einer normalen Fahrradfelge, mit dreifacher Windungszahl, lief nach Harys Angaben monatelang. Etwa einmal pro Woche tauschte er die beiden 67-Ah-Akkus, sobald der Ladeakku rund 15 Volt erreicht hatte. Zusätzlich angeschlossene Leuchtdioden änderten die Drehzahl sichtbar nicht. Hary selbst blieb vorsichtig: Solche Systeme erzeugten „noch keine Overunity“, seien aber „nahe dran“.

Eine Warnung aus der Werkstatt

Hary berichtete auch von einem reinen Permanentmagnetmotor, den er auf über 100 Kilowatt ausgelegt hatte. Nach dem Abschalten des Startermotors beschleunigte der Rotor weiter, bis er bei geschätzt 30.000 bis 40.000 Umdrehungen zerbarst – Magnetsplitter fanden sich noch Tage später im Gemüsegarten. Die Lehre, die das NET-Journal daraus zog: Ein Magnetmotor braucht eine verlässliche Bremse oder Regelung. Genau deshalb kombinieren Konstruktionen wie die Bedini-Maschine Permanentmagnete mit elektronisch gesteuerten Spulen.

Am Kongress „Energietechnologien im praktischen Einsatz“ im November 2009 zeigte Hary seine Maschine live. Er betonte dort, dass er die Leistung durch höhere Spannung steigern könne, ohne dass der Stromverbrauch zunehme.

Einordnung

Das NET-Journal formulierte die offene Frage selbst: Sollte ein solches System über viele Monate autark laufen, müsste geklärt werden, woher die zusätzliche Energie stammt. Diskutiert wurden Ionenresonanzen im Bleiakku und eine Kopplung an das Vakuumfeld. Eine vollständige Energiebilanz, die auch den chemischen Zustand beider Akkus vor und nach dem Betrieb erfasst, lag 2009 nicht vor. Ohne sie lässt sich ein Akkutausch-Betrieb nicht von einem langsamen Entladen unterscheiden.

Die Reihe: Bedini-Rückladesystem im NET-Journal


Quellen: NET-Journal (Jupiter-Verlag) 9/10 2009, S. 8–10; 11/12 2009, S. 23. Text und Schema: GAIA Redaktion.

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