Pulsladung nach Bedini und Ritter 2014: Florian Königs Open-Source-Versuche
Den bisher ausführlichsten Praxisbericht zum Bedini-Prinzip lieferte 2014 kein Bastler, sondern ein promovierter Ingenieur: Dipl.-Ing. Dr. sc. Florian König aus Germering, Sohn des bekannten Strahlenforschers Prof. Herbert König. Das NET-Journal druckte seine Versuche über acht Seiten ab – als Open-Source-Projekt zum Nachbauen.
Ein ganz persönliches Problem
Auslöser war seine eigene Solaranlage auf dem Balkon: rund 500 Watt Module und ein Batteriepuffer von gut 900 Amperestunden, zusammengestellt aus ausgemusterten Akkus vom Wertstoffhof. Im trüben Winter 2012/13 gab es von November bis April kaum Sonne, die Batterien liessen sich monatelang nicht laden.
König griff auf zwei Vorbilder zurück: die Grundschaltung von John Bedini und eine Weiterentwicklung von Richard Ritter, die er an einem Kongress 2013 live gesehen hatte. Bei Ritter dreht statt eines Rades eine kleine Magnetkugel in einer Spule.
Was er herausfand
König beschrieb seine Erfahrungen bewusst praxisnah, inklusive aller „abgerauchten“ Transistoren:
- Darlington-Transistoren statt einfacher Typen, sonst werden sie unter Last zu heiss
- dickerer Draht auf der Ladeseite, dünne Spulen überhitzen nach Minuten
- Dioden gegen Verpolung und solche mit ausreichender Spannungsfestigkeit, denn die Impulse erreichten bis gegen 1.000 Volt
- schon vier AA-Akkus reichten, um die Kugeln in Gang zu setzen
Seine Messungen an der leergelaufenen Batteriebank: Nach etwa 30 Minuten Pulsladung stieg die Spannung von rund 12,1–12,3 auf 12,6–12,8 Volt. Eine Stunde nach dem Abschalten pendelte sie sich bei etwa 12,3–12,5 Volt ein und blieb dann stabil. Welche chemischen Vorgänge dabei in den Batterien ablaufen, überliess König ausdrücklich den Fachleuten.
Zehn tote Batterien
Am Kongress in Bregenz im Oktober 2014 kam das Thema in der Diskussion erneut auf. Auf die Frage eines Teilnehmers, ob sich mit dem Bedini-Generator alte Batterien aufladen liessen, bestätigte König, dass er zehn „tote“ Batterien mit Impulsaufladung reaktiviert habe – sie funktionierten wieder wie neu.
Stand 2026
Mit den Berichten von 2014 endet die Bedini-Linie im NET-Journal. Die Replikationsszene ist bis heute aktiv. Bedinis US-Patent US6545444B2 („monopole motor … back EMF to charge batteries“) ist inzwischen erloschen. Eine akademische Arbeit, 2018 bei der ASME erschienen, rekonstruierte Bedini-Aufbauten und berichtete eine mittlere Batterie-Effizienz (COP) von 1,63 für das Originaldesign und 1,87 für eine abgewandelte Version.
Einordnung
Diese Werte sind ernst zu nehmen, aber richtig zu lesen: Sie beziehen sich auf Batterien als Ein- und Ausgangsspeicher, deren chemischer Zustand sich mit der Pulsladung verändert. Das ist kein autonomer Nettoenergie-Nachweis. Die Reaktivierung alter Akkus ist ein eigenständiger, praktisch nützlicher Effekt – und sollte von der Frage nach Overunity getrennt betrachtet werden. Eine geschlossene Selbstlaufprüfung unter unabhängiger Aufsicht ist bis heute nicht dokumentiert.
Die Reihe: Bedini-Rückladesystem im NET-Journal
- 2009: Guy Harys Rotor, der seine Akkus selbst nachlädt
- 2010: Nachbau-Workshops und eine Effizienz von 98 Prozent
- 2013: Sulfatierte Bleiakkus wieder zum Leben erwecken
- 2014: Florian Königs Open-Source-Versuche (dieser Beitrag)
Quellen: NET-Journal (Jupiter-Verlag) 7/8 2014, S. 28–35; 11/12 2014, S. 5–6 und 14–15. Text und Schema: GAIA Redaktion.
Weitere Quellen: US-Patent US6545444B2 (John Bedini) · ASME-Publikation 2018, DOI 10.1115/1.4039504
Hinweise für bereitgestellte Inhalte von Autoren
Kommentare
Kommentare werden geladen …
Werde Mitglied, um öffentlich zu kommentieren. Kommentare schreiben GAIA-Mitglieder im Mitgliederportal — unter ihrem Nickname, sichtbar für alle.