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Scholé Nachrichten 2016-10

Im Rahmen einer lebendigen Kooperation mit Partnern im Bereich Bildung & Wissen veröffentlichen wir die Scholé Nachrichten von Alexandra Terzic-Auer.

„Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Was vorüber schien, beginnt.
Chyrsanthemen blühn und frieren.
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Und du folgst ihr wie ein Kind.
Geh nur weiter. Bleib nicht stehen.
Kehr nicht um, als sei’s zuviel.
Bis ans Ende musst du gehen.
Hadre nicht mit den Alleen.
Ist der Weg denn schuld am Ziel?“

So beginnt Erich Kästners Gedicht über den Oktober… Ob Kästner jemals so warme, strahlende Herbsttage erlebt hat wie wir im heurigen Jahr? Nicht nur beim Wetter, auch bei der allgemeinen Haltung den Kindern gegenüber ist der Klimawandel in vollem Gange. Kästner hat ihn literarisch vorweggenommen: Seine unsterblichen Helden wie Emil, der Detektiv, oder Pünktchen und Anton sind selbstbestimmte Kinder, die freudig Verantwortung übernehmen und das Herz auf dem rechten Fleck haben.

Im Colearning Space macht sich der fortschreitende pädagogische Klimawandel auch schon deutlich bemerkbar. Die Stimmung ist heuer eine ganz andere als im vorigen Jahr, obwohl so viele Kinder dazu gekommen sind, dass die Räume allmählich eng werden. Aber es wird immer wärmer, weil alle spüren, dass es in allererster Linie darum geht, dass Kinder und Erwachsene zu einer herzlichen, absolut solidarischen Gemeinschaft aus lauter eigenständigen Einzelnen zusammen wachsen. Was den Jüngsten natürlich oft leichter fällt als den Älteren, die unter weitaus frostigeren Bedingungen aufgewachsen sind und ihre Schutzreflexe nicht so schnell ablegen können… Aber sie arbeiten mit Feuereifer daran und treffen sich an vielen freien Wochenenden, um aktiv und mit professioneller Unterstützung Community Building zu betreiben.

Eine neue menschliche Wärmequelle im CLS ist Angela Bittel. Sie ist Sängerin und experimentiert seit ihrer Kindheit mit den vielfältigen Möglichkeiten der menschlichen Stimme. Spielerisch lässt sie Kinder und Erwachsene die tiefen Zusammenhänge zwischen Stimme, innerer Stimme, Stimmung und Be-stimmung  erfahren, ermutigt sie zum Summen, Tönen, Singen, Dichten und Komponieren. Dank ihr habe ich im CLS eine Schaubild-Übergabe miterlebt, bei der die Kinder Photosynthese und Zellbiologie mit den Mitteln von Tanz, Theater und Gesang dargestellt haben – ein Erlebnis!

Beim 3. Workshop von Alexander Schatanov am 15./16.10. hat Angela Bittel die Teilnehmer durch gezielte Stimmübungen erfolgreich an ihre verborgenen Potentiale herangeführt und dadurch in geradezu euphorische Stimmung versetzt…! Gemeinsam mit Genia Lackey, der großartigen Gründerin und Leiterin des Freilernerzentrums WINGS im Waldviertel, Alexander Schatanov und Freilernereltern in der  ukrainischen Stadt Poltawa beteiligt sich Angela auch an spannenden Experimenten zur Erkundung neuer Kommunikationsmöglichkeiten über Länder- und Sprachgrenzen hinweg.

Am 22.10. fand in einem wunderschönen Raum in der Nationalbibliothek die von Geigensoli festlich umrahmte Präsentation der zwei neuesten Publikationen von André Stern statt: sein kurzes Manifest „Ökologie der Kindheit“ und das Buch „Spielen, um zu fühlen, zu lernen und zu leben“ mit Beiträgen von Gerald Hüther, Sir Ken Robinson, Erwin Wagenhofer, Arno Stern und anderen. Der Saal war brechvoll, und André begeisterte sein Publikum mit der lebendigen Schilderung, wie Familie, Freunde und selbst Zufallsbekannte Anteil nehmen an der freien Entfaltung seiner Söhne Antonin (7 Jahre) und Benjamin (6 Monate). Diese Kinder müssen nichts WERDEN, sie brauchen keine elterlichen Erwartungen zu erfüllen, sondern dürfen einfach SEIN – zur Freude und Bereicherung von allen, die mit ihnen in Kontakt kommen.

Ich bin an diesem Abend am Büchertisch neben einem elfjährigen Freilerner gesessen, der letztes Jahr aus eigenem Antrieb das Fest für Arno Stern gefilmt hat. Inzwischen hat er mit Unterstützung seiner Eltern eine DVD daraus gemacht, die er an diesem Abend auch selbst zum Kauf anbot. Mit seiner Ernsthaftigkeit, seiner freundlichen Bestimmtheit und seiner kindlichen Offenheit war er der lebende Beweis dafür, wie gut es Kindern tut, so ernst genommen zu werden: Ich habe es wieder einmal als Privileg empfunden, mich mit diesem weisen kleinen Menschen und seinem genauso bezaubernden jüngeren Bruder unterhalten zu dürfen! Für unser Buch „Lernen ist wie Atmen“, in dem neben vielen anderen Autorinnen und Autoren auch die Eltern und Großeltern dieser beiden Buben zu Wort kommen, werden wir hoffentlich bald den richtigen Verlag finden – dann freuen wir uns, euch alle zur nächsten Buchpräsentation einladen zu dürfen…

Herzliche Herbstgrüße, Alexandra und Sibylle

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