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Kreative Gesellschaft – eine Welt für Groß und Klein

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Im Rahmen der weltweiten Initiative KREATIVE GESELLSCHAFT haben die Teilnehmerinnen

des Projektes ein Live-Gespräch mit der Therapeutin und Bildungsaktivistin Alexandra Terzic-Auer aus Wien geführt. Der Titel mit dem Namen “Zukunft gehört den Kindern” verrät, dass Alexandra besonders die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien am Herzen liegt und dass sie sich für das Thema Bildung und eine gesunde Entwicklung der Kinder einsetzt.

Katja: Alexandra, wie stellst Du Dir eine Gesellschaft vor, in der Du selbst, jedes Kind und jeder Erwachsene auf der Erde sich frei, sicher und wohl fühlen würde?

Alexandra: Das ist natürlich die Gesellschaft meiner Träume. Die schwierige Frage ist, wo beginnen wir diese Gesellschaft zu schaffen und ich denke, dass es ziemlich logisch ist, bei den Kindern zu beginnen. Die Dressur auf eine unfreie Gesellschaft beginnt ja auch bei den Kindern und zwar schon sehr sehr früh. Schon dann, wenn ein Kind zu einem Zeitpunkt aus dem Mutterleib geholt wird, den er sich nicht selber ausgesucht hat, wo es in eine Kinderkrippe kommt, obwohl es bei seiner Mutter bleiben will und wo es in ein Bildungssystem kommt, in dem nicht Kooperation, sondern Konkurrenz groß geschrieben wird. Je früher das beginnt, desto selbstverständlicher ist es dann für den Menschen und desto schwerer kann er sich etwas anderes vorstellen, denn er hält das ja für normal. Und jeder, der ihm etwas anderes vorschlägt, der erscheint solchem genormten Menschen als verrückt und das ist ziemlich schwierig. Und darum ist es extrem wichtig bei den Kindern zu beginnen.

Andererseits ist das ein “Henne-und-Ei-Problem”. Wenn die Erwachsenen das erkennen und in der Lage sind Kinder in einer anderen Weise groß werden zu lassen. Denn jeder, der aus diesem Bildungssystem hervorgegangen ist, ohne sich dagegen aufzulehnen, wird es natürlich so weitergeben, wie er es selbst gelernt hat und wird es als vollkommen natürlich und selbstverständlich empfinden. Darum gibt es noch nicht allzu viele solcher Menschen, aber sie werden mehr. Sie träumen von einem anderen Aufwachsen der Kinder und nicht nur das, sondern sie setzten es teilweise in die Tat um.

Nika: Auf der Konferenz “Kreative Gesellschaft. Gemeinsam können wir das.” 2020 hat eine Therapeutin als Sprecherin das Problem dargestellt, dass sie ihren Patienten nicht wirklich helfen kann, da sie gegen die Rahmenbedingungen in die die Menschen gedrängt wurden, nicht ankommen kann. Sie spricht von einer anerzogener Hilflosigkeit und ist überzeugt, dass die Erfahrung der Selbstwirksamkeit die Lösung psychischer Probleme ist. Wie siehst Du das aus Deiner beruflichen Erfahrung?

Alexandra: Ja, ich gebe ihr hundertprozentig recht. Es ist ja nicht so, dass das Bildungssystem von bösen Menschen betrieben wird. Im Gegenteil, es sind die Eltern des guten Willens, es sind Lehrer des guten Willens und die Kinder kommen in die Schule mit dem Wunsch etwas zu lernen. Wenn sie in die erste Klasse kommen, sind sie ja noch voller Begeisterung. Diese Begeisterung hält nicht all zulange an. Und sehr viele Lehrer, die mit Begeisterung diesen Beruf ergriffen haben, brennen binnen kurzer Zeit aus, weil eben die Rahmenbedingungen so schrecklich sind. Und weil es gar nicht möglich ist unter diesen Rahmenbedingungen Talente, die ein guter Lehrer vielleicht mitbringt, auszuleben, sondern er erstickt in verschiedensten Verordnungen und Einschränkungen aller Art. Er steht eben einem System gegenüber, das es gar nicht möglich macht auf das Kind einzugehen, obwohl davon immer gesprochen wird, aber defacto machen es die Umstände ganz unmöglich. Dort wo von Potentialentfaltung gesprochen wird und von der Individualisierung usw. muss ich immer traurig lächeln und denke mir: “Ja es klingt alles wunderschön, nur wie sollen wir das machen?” 25 gleichaltrige Kinder, deren Entwicklungsstand eigentlich unvergleichbar ist und immer unvergleichbarer wird, von einer Person in einer bestimmten Weise unterrichtet werden soll. Und unterrichten, das deutsche Wort sagt eigentlich schon genau was da passiert, das heißt ein “hinuntergerichtet”. Also die Kinder werden nicht aufgerichtet, wofür ich plädieren würde, sondern sie werden “hinuntergerichtet”.

 Und das ist das, was heute allgemein üblich ist und so werden Kinder nicht zur Selbstermächtigung erzogen, sondern sie werden zu Untertanen eines bestimmten Systems erzogen. Obwohl immer vom Kind die Rede ist, geht es in Wahrheit um die Erhaltung des bestehenden Systems. Wobei sich das System natürlich auch im Laufe der Zeit ändert. Und in diesem Maß, indem sich das System ändert, werden keine Soldaten und keine Fließbandarbeiter mehr erzeugt, sondern es werden in so einem Schulsystem Konsumenten produziert und neuerdings auch Kreative, aber in den engen Rahmenbedingungen dessen, was in unserer Wirtschaft, als kreativ bezeichnet wird. Und diese Veränderungen finden schon statt.

Katja: Heutzutage leben wir in einer Konsumgesellschaft, in der die negative und egoistische Seite in einem Menschen stimuliert wird. Warum können wir nicht einfach Bedingungen schaffen, in denen die andere, positive Seite gefördert und schon von klein auf bei den Kindern entwickelt wird? Und alles, was mit Gewalt, Aggression, mit Manipulation durch Angst in den Medien und Büchern zu tun hat wird unterbunden. Darüber spricht die 5. Grundlage der Kreativen Gesellschaft, die das schöpferische Wertesystem definiert. Dies bedeutet die Förderung moralischer und ethischer Werte bei jedem Menschen und in der Gesellschaft allgemein.

Alexandra, wie ist Deine Meinung zu dieser Grundlage? Findest Du, dass es eine Notwendigkeit ist, Propaganda von Gewalt und Aggression in der Gesellschaft zu verbieten?

Alexandra: Ja das finde ich unbedingt notwendig. Aber ich glaube, dass, um effektiv dagegen vorgehen zu können, ist es notwendig, das auch strukturelle Gewalt als solche zu erkennen. Sonst bleibt es ein Hickhack. Wo beginnt Gewalt? Was ist Gewalt und was ist keine Gewalt, was dürfen die Kinder sehen, das ist eine unglaublich müßige Geschichte. Das, worum es wirklich geht, ist der Respekt. Ein Mensch, dem man von klein auf Respekt entgegenbringt, der wird die anderen respektieren und in dem System, in dem wir derzeit sind, ist das schlicht und einfach unmöglich. Es sind einfach Rahmenbedingungen, die das gar nicht möglich machen.

Katja: Ja, Gewalt ist ein grundlegender Aspekt und zudem kommt der Aspekt der Inhalte, die vermittelt werden. Was ist überhaupt das Ziel der heutigen Bildung? Wir möchten nochmals auf einen Sprecher der Konferenz eingehen. Als Bildungsbeauftragter, spricht er davon, dass heute an den Schulen überwiegend nur die kognitiven Fähigkeiten gefördert werden, die Menschlichkeit aber und die Werte gehen dabei verloren.

Nika: Diese Gewalt, in der Schulbildung, von der du sprichst, hat mit Macht und Dominanz zu tun. Das ist eben das, was auch in unserer Gesellschaft verstärkt propagiert wird, das, was in einem Menschen dominieren soll.

Und tatsächlich zu respektieren, dass jeder hier ist, um seinen Weg zu gehen, dass wir die Kinder begleiten, und nicht erziehen, und lernen deren freie Wahl zu respektieren. Wir sollten als Erwachsene nicht versuchen die Kinder uns anzupassen, sondern erkennen, wo ihre Potenziale liegen und sie darin bestärken diese zu entfalten. Natürlich kann Gewalt unterschiedliches Ausmaß annehmen, sie wird bereits unterschwellig angewendet und das, was uns als normal beigebracht wurde, dass was wir als solches empfinden, das kann schon Gewalt enthalten, ich verstehe, was Du meinst.

Alexandra: Und sicher ein wichtiger Punkt ist auch, dass wir aufhören die Kinder als Problem zu sehen die ganze Zeit. Sondern, dass wir sie wieder als Geschenk sehen können. Oder falls wieder, ich weiß nicht, ob „wieder“ das richtige Wort ist. Das war wahrscheinlich immer nur in Ausnahmesituationen, dass die Kinder als Geschenk betrachtet worden sind. Das wäre aber so wichtig. Und ich glaube, dass unter solchen angenehmen, von den äußeren Gegebenheiten her, angenehmen Bedingungen unter denen wir leben oder die wir in der Lage wären zu schaffen, könnte das gelebt werden.

Nika: Ja, der Wert eines jeden Menschen, das ist auch das Fundament worauf alle acht Grundlagen basieren. Die acht Grundlagen sind ja das, was die Menschen weltweit geäußert haben, es basiert auf einer umfangreichen Studie, weil Millionen von Menschen befragt wurden in den letzten 9 Jahren. Sie alle wünschen sich die gleichen menschenwürdigen Lebensbedingungen und die Umsetzung fundamentaler Grundrechte in der Gesellschaft.

Alexandra: Dazu ist es noch diesen Besitzanspruch aufzugeben. Im Prinzip schon der Ausdruck „mein Kind“ ist zweifelhaft, weil das Kind nicht seinen Eltern gehört, sondern ist ihnen anvertraut für eine gewisse Zeit und gehört eigentlich von Anfang an sich selbst. Sich das bewusst zu machen und danach zu handeln, würde eigentlich ganz viele Probleme wie von selbst aus der Welt schaffen.

Katja: Ja genau, hier ist die innere Arbeit gefragt, in sich den Egoismus zu erkennen, sich selbst beobachten. Jeder Elternteil sollte das tun, um so eine Beziehung zum Kind aufzubauen, damit sie als selbständige Menschen heranwachsen können.

Nika: Wir sollten insbesondere für die kleinen Menschen Lebensbedingungen schaffen, in den sie einen besonderen Schutz genießen. Gerade ihnen müsste das Menschliche von vorneherein vorgelebt werden, in einer Gesellschaft der Menschlichkeit. Diejenigen, die sich für das Projekt bereits engagieren, glauben fest daran, dass dieser Wandel in allen Sphären unseres Lebens möglich ist, wenn tatsächlich die meisten Menschen sich bewusst dafür entscheiden und beginnen ihre Aufmerksamkeit auf dieses Ziel zu richten.

Alexandra: Genau. Ganz richtig. Das ist einfach etwas, wo man kein Segment herausschneiden kann, sondern das ist wirklich etwas, was sämtliche Segmente dieser Gesellschaft umfasst. Das umfasst die Wirtschaft, die Landwirtschaft, die Bildung, die Wissenschaft, alles, es gibt nichts, was davon ausgenommen wird. Und das, was es bewirken würde, wäre eine Wende um 180 Grad. Weil im Moment ist unsere Gesellschaft im weitesten Sinne auf Ausbeutung ausgelegt. Auf Ausbeutung der Erde, auf Ausbeutung der Menschen. Wenn sich das in eine kreative Gesellschaft umwandelt, dann ist das wirklich eine Wende um 180 Grad.

Was ich beobachte ist, dass immer mehr Kinder sich das alte System nicht mehr gefallen lassen, dass heißt, es kommen immer mehr hochsensible Kinder zur Welt und zunächst zeigt sich das als etwas Negatives nämlich, dass ca. ¼ der Kinder unter mittel- bis schweren psychischen Problemen leidet. Aber das sind eben diese Kinder, die schon eigentlich für eine neue Zeit geboren sind, und die mit den Verhaltensweisen und der Art aufzuwachsen, wie sie in früheren Generationen normal war, nicht mehr zu Rande kommen. Es muss sich vieles ändern, weil es einfach so nicht mehr geht. Ich arbeite ja viel mit den Kindern. Und das was ich sehe, ist das, dass bei diesen Kindern zum Beispiel das Spirituelle ganz stark vorhanden ist.

Nika: Alexandra, du hast dich mit unterschiedlichen Schulkonzepten beschäftigt und wir wollten Dich fragen, wie könnte ein Schulkonzept in der Kreativen Gesellschaft aussehen?

Alexandra: Meine Idee dazu wäre die freie Bildungswahl. Dazu könnte man die Internetmöglichkeiten nutzen, die heutzutage dafür eingesetzt werden könnten. Dabei sollte trotzdem jedem Kind das Bildungsgeld zustehen. Ich bin sehr dafür, dass man nicht Kind, sondern Mensch sagt, weil das hört ja nicht auf mit einem bestimmten Alter, dass das jedem Menschen zusteht. Dass da Bildungsorte entstehen, wo Menschen verschiedenen Alters zusammenkommen können und ihre Potentiale ausleben. Wahrscheinlich ist da trotzdem notwendig, zumindest in einer Übergangszeit auch die bestehenden Schulen, soweit die da noch existieren und akzeptiert werden, bestehen zu lassen.Aber auch die vielen Initiativen, die es schon gibt, dass man die nicht unterdrückt, wie es bisher passiert, und in die Enge treibt und auch noch finanziell aushungern lässt, sondern auch mit allen möglichen Bestimmungen und Verordnungen so eindeckt, dass sie eigentlich kaum mehr existieren können, sondern dass man wirklich diese Entwicklung fördert und aus der lernt und die Erfahrungen, die da gemacht werden sammelt und den anderen zur Verfügung stellt.

Nika: Hast du noch weitere Ideen, wie die Idee der Kreativen Gesellschaft weitergetragen werden kann?

Alexandra: Na ja, ich bin vollkommen davon überzeugt, dass alle diese Menschen, mit denen ich zu tun habe, sowohl die, die ihre Kinder ganz frei aufwachsen lassen, als auch die, die Homeschooling machen oder an neuen Lernorten arbeiten, dass die alle sehr begeistert werden, weil es genau auf dieser Linie liegt, die die Kreative Gesellschaft umsetzt.

Nika: Das ist deshalb so wichtig, weil sich die Initiative auf der ersten Etappe der Informierung befindet, und dies ist äußerst wichtig und unumgänglich. Und erst dann, wenn alle darüber Bescheid wissen, können die Menschen sich auch bewusst dafür entscheiden. Wenn jemand die Lebensnotwendigkeit dieser Veränderung erkannt hat und sich für die Kreative Gesellschaft aussprechen möchte, kann er seine Stimme auf der Seite allatraunites.com abgeben. Auf diese Weise formiert sich die Wählerschaft innerhalb eines Landes und bei dem Erreichen der Mehrheit der Wähler kann die Realisierung des Projektes zur zweiten Etappe übergehen. Im zweiten Schritt kann die Wählerplattform gegründet werden, mit der konkreten Anfrage an die Repräsentanten eines Landes gestellt werden nach der Implementierung der 8 Grundlagen der Kreativen Gesellschaft.

ALLATRAJeder kann an einem solchen Live-Gespräch im Rahmen des Projektes Kreative Gesellschaft teilnehmen oder sich dem Projekt über allatraunites.com anschließen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Alexandra für diesen wichtigen Beitrag zum Umgang mit den Kindern und zur Initiative Kreativen Gesellschaft, die alle Lebensbereiche umfasst und eine Gesellschaft für das wirkliche Wohl eines jeden vorsieht!

Die Internationale Gesellschaftliche Bewegung “ALLATRA” ist ein Format der Interaktion außerhalb von Politik und Religion. Diese globale Bewegung, die Millionen von Menschen aus mehr als 180 Ländern der Welt vereint, ist für alle Menschen guten Willens, unabhängig von Wohnort, Nationalität, sozialem Status, Religion oder politischer Zugehörigkeit offen. Die Tätigkeit dieser freiwilligen internationalen Bewegung richtet sich auf die Wiederbelebung geistlicher und moralischer Werte in der Weltgemeinschaft und auf die Herstellung eines friedlichen Dialogs über solche Aspekte der Gesellschaft wie kulturelle, soziale, geistliche und moralische Bedingungen.
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