Yildiz 2023: Neue Präsentation in Izmir und ein Messkonzept
Nach dem abgebrochenen Test von Belluno 2019 wurde es still um Muammer Yildiz. Er kehrte nach Izmir zurück, um den Motor zu reparieren, und musste sich danach zwei Herzoperationen unterziehen. Umso überraschter waren viele, als im Dezember 2022 eine Einladung kam: „Willkommen in einer neuen Ära der Energieerzeugung“. Die Herausgeber des NET-Journals erfuhren davon über eine Nachricht von Roberto Reuter von GAIA und flogen hin.
Die Präsentation
Am 17. Dezember 2022 versammelten sich in einem Hotel in Izmir rund dreissig Gäste, Forscher wie Geschäftsleute. An drei Wänden standen Dutzende Modelle früherer Bauart – ein Eindruck davon, wie viel Arbeit und Geld in dem Projekt stecken. In der Mitte stand der 7,5-kW-Motor von Belluno; er sei inzwischen optimiert und liefere nun 10 Kilowatt.
Live vorgeführt wurde der kleinere Motor, den die Redaktoren schon 2008 bei Nürnberg gesehen hatten – jetzt mit einem Propeller als Last. Yildiz zog einen Splint, der Motor lief an, der Propeller drehte und lärmte. Nach etwa 30 Minuten wurde er abgestellt, weil man sich sonst nicht unterhalten konnte. Das frühere Problem sich lösender Magnete schien behoben.
Dr. Jorge Duarte, der das Projekt seit 2005 wissenschaftlich begleitet, erklärte die Funktion mit einer Kopplung magnetischer Spins an das Quantenvakuum – also als Energieumwandlung, nicht als Perpetuum mobile. Yildiz selbst sprach von einem künstlich erzeugten Monopol als Kern seines Geheimnisses.
Ein Investor und ein Messkonzept
Die Herausgeber vertraten in Izmir einen deutschen Grossinvestor, der 50 Millionen Euro in Fertigstellung und Vermarktung stecken wollte – unter der Bedingung, dass ein Motor auf seinem Anwesen in Deutschland getestet wird. Yildiz lehnte den Transport ab, war aber mit Messungen in Izmir einverstanden.
Daraufhin entwarf Dipl.-Ing. Klaus Rauber, der die Präsentation aus nächster Nähe verfolgt hatte, ein professionelles Messkonzept und stellte es im Frühjahr 2023 vor. Ein abgeschlossenes Ergebnis dieser Messungen ist im NET-Journal nicht dokumentiert.
Stand 2026
Mit 2023 endet die Berichterstattung im NET-Journal. Die konkrete Magnetanordnung ist in der Patentfamilie WO2009019001 / DE102007037186B3 beschrieben. Jorge Duarte veröffentlichte 2018 an der TU Eindhoven ein Arbeitspapier zur Modellierung des Motors, das im Repository der Universität geführt wird. Ob und wo Yildiz heute weiterarbeitet, ist öffentlich nicht klar erkennbar.
Einordnung
Über anderthalb Jahrzehnte gab es zahlreiche Vorführungen, einen Hochschul-Begleiter und ein Patent – aber keine unabhängige, geschlossene Langzeit-Energiebilanz. Das Muster wiederholt sich: Tests werden angekündigt, scheitern an Bedingungen oder werden nicht abgeschlossen. Das Patent und Duartes Arbeitspapier belegen, wie der Motor gebaut ist und wie er theoretisch gedeutet wird; dass er dauerhaft Energie abgibt, belegen sie nicht.
Die Reihe: Yildiz-Magnetmotor im NET-Journal
- 2010: Von der Exklusivdemo 2008 bis Delft
- 2013: Auftritt an der Genfer Erfindermesse
- 2015: Ein 5-kVA-Generator zum Vorbestellen
- 2019: Der 7,5-kW-Test in Belluno
- 2023: Neue Präsentation in Izmir und ein Messkonzept (dieser Beitrag)
Quellen: NET-Journal (Jupiter-Verlag) 1/2 2023, S. 4–8; 3/4 2023, S. 7–12. Text und Schema: GAIA Redaktion.
Weitere Quellen: Patent WO2009019001 (Yildiz) · J. L. Duarte: Modeling the Yildiz motor revisited (TU Eindhoven)
Hinweise für bereitgestellte Inhalte von Autoren
Kommentare
Kommentare werden geladen …
Werde Mitglied, um öffentlich zu kommentieren. Kommentare schreiben GAIA-Mitglieder im Mitgliederportal — unter ihrem Nickname, sichtbar für alle.