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Yildiz-Magnetmotor 2010: Von der Exklusivdemo 2008 bis Delft

Yildiz-Magnetmotor 2010: Von der Exklusivdemo 2008 bis Delft

Im Frühjahr 2010 tauchten im Internet Videos auf, in denen der türkische Erfinder Muammer Yildiz einen offenbar selbstlaufenden Magnetmotor vorführte. Die Herausgeber des NET-Journals kannten die Maschine da schon seit fast zwei Jahren – waren aber bis dahin an eine Geheimhaltungsvereinbarung gebunden. 2010 berichteten sie erstmals ausführlich.

Die Exklusivdemo von 2008

Am 3. Juli 2008 lud Yildiz die Redaktoren zu einer Vorführung in der Nähe von Nürnberg ein. In offenen Wandschränken lagen Dutzende Rotoren und Statoren früherer Versuche, im Depot Tausende Neodym-Magnete.

Gezeigt wurde ein Demomodell mit rund 50 Zentimetern Durchmesser, 40 Zentimetern Tiefe und etwa 48 Kilogramm Gewicht. Nach Angabe des Erfinders steckten darin 1.980 Magnete in mehreren Stator- und Rotorebenen, angeordnet in sechs breiteren und sechs schmaleren Sektoren. Gestartet wurde der Motor, indem Yildiz mit einem Hammer einen Sperrstift herausschlug.

Die Beobachtungen der Redaktoren:

  • Der Motor lief schnell und ohne Vibrationen hoch.
  • Drehzahl anfangs 2.888, nach einer halben Stunde stabil bei 2.710 U/min.
  • Als Bremse diente eine kurzgeschlossene Induktionsschleife; frühere Modelle ohne Drehzahlbegrenzung seien zerstört worden.
  • Von Hand liess sich die Welle nicht abbremsen. Eine grobe Abschätzung ergab rund 0,8 Kilowatt.

Zusätzlich sahen die Redaktoren einen kompakten Prototyp: 20 Zentimeter Durchmesser, 10 Kilogramm, über 15.000 U/min und angeblich mehrere Kilowatt – laut Yildiz die eigentliche Basis für ein marktfähiges Produkt.

Delft 2010 und die offenen Fragen

Am 20. April 2010 führte Yildiz den Motor an der Universität Delft vor Fachleuten und Investoren vor, begleitet von Dr. Jorge Duarte von der TU Eindhoven. Der Motor lief nach Lösen der Blockierung sofort an und trieb einen Ventilator. Anschliessend zerlegte Yildiz grosse Teile des Stators – ein zentrales trommelförmiges Teil blieb aber zu, mit Verweis auf eine laufende Patentanmeldung. Für Skeptiker blieb damit die Frage offen, ob dort eine Batterie verborgen sein könnte.

Am Herbstkongress 2010 sollte Yildiz selbst auftreten, verlangte aber nach Angaben der Veranstalter einen so hohen Betrag, dass der Auftritt platzte. Stattdessen berichtete Duarte, der den Erfinder seit 2005 begleitet und nach eigener Darstellung unabhängig blieb:

  • Ein Vorgängermodell blieb 2005 in Dortmund nach zehn Sekunden stehen.
  • Der Motor von 2008 drehte im Leerlauf 2.500 U/min, unter 250 Watt Last stabil 1.500 U/min.
  • In Delft lief er 40 Minuten und wurde auf Wunsch der Teilnehmer gestoppt.
  • Von zwölf Sektoren hatte Yildiz bis dahin sieben geöffnet. Die Maschine sei auch nach stundenlangen Vorführungen nie heiss geworden – für Duarte ein Hinweis, dass keine Batterie im Spiel sei.

Yildiz sei bereit, den Motor vollständig zu öffnen, um ein Zertifikat einer deutschen Bundesbehörde zu erlangen.

Einordnung

Nach herkömmlicher Physik kann ein reiner Permanentmagnetmotor keine Dauerleistung abgeben, weil sich die Kräfte über einen Umlauf aufheben. Die Vorführungen von 2008 bis 2010 waren beeindruckend, aber keine Messungen im strengen Sinn: Es gab weder eine Drehmoment- und Leistungsmessung unter Last über lange Zeit noch einen vollständig geöffneten Motor. Das angekündigte Behördenzertifikat ist im NET-Journal später nicht dokumentiert.

Die Reihe: Yildiz-Magnetmotor im NET-Journal


Quellen: NET-Journal (Jupiter-Verlag) 5/6 2010, S. 21–26; 7/8 2010, S. 9–17; 9/10 2010 (Kongressbericht). Text und Schema: GAIA Redaktion.

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